Archive for the ‘Detektiv’ Category

Strafanzeige gegen Hobby-Ermittler

Montag, November 29th, 2010

Licht ins Dunkel zu bringen und ungelöste Fälle zu klären – davon träumen viele. Man sollte bei seinen privaten Ermittlungen nur nicht zu weit gehen und sich stattdessen wie jeder professionelle Detektiv an die Spielregeln halten. Die sind durch den Gesetzgeber klar vorgegeben. Wer diese Grenzen überschreitet, wird ganz schnell selbst zum Fall für die Justiz, manchmal auch zum Patienten beim Psychiater. Mit diesen Konsequenzen muss jetzt ein 34-Jähriger aus Nürnberg rechnen. Er hatte sich als Privatdetektiv versucht und wollte unbedingt den Tod der Studentin Maya Pikowski aufklären.

Die junge Frau war im vergangenen Jahr auf mysteriöse Weise verschwunden. Die Leiche fand man sechs Wochen später in der Pegnitz. Da es kaum Hinweise gab und auch die Obduktion keine weiteren Spuren zutage förderte, stufte man den Tod als Unglück oder Suizid ein. Einige Hobby-Ermittler wollten es nicht dabei belassen. Sie suchten auf eigene Faust nach Spuren und Zeugen. Bei der Staatsanwaltschaft trudelten daraufhin gleich mehrere Strafanzeigen und Ermittlungsanträge ein, damit der Fall wieder aufgerollt wird. Für die Justiz nicht ungewöhnlich, insbesondere wenn es nur wenige Fakten gibt. Versucht hatte es auch der 34-Jährige. Er ging bei seiner Detektivarbeit allerdings einen Schritt zu weit.

Der Mann befragte Professoren und Studierende an der Akademie der bildenden Künste. Obwohl er mit Engelszungen zum Gehen aufgefordert wurde, blieb er stur. Selbst ein Hausverbot hielt ihn nicht davon ab, ein zweites Mal zu kommen, Fragen zu stellen und auf seine privaten Ermittlungen zu pochen. Das Ergebnis: Gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet. Das Verfahren gegen den Hobby-Detektiv hat bereits begonnen. Der 34-Jährige selbst spricht von unbekannten Zeugen. Der Rechtsanwalt versucht es über eine ganz andere Schiene und fordert eine psychiatrische Untersuchung. Die Verhandlung wird im kommenden Jahr fortgesetzt.

Ladendieb wollte Detektiv werden

Montag, Juli 12th, 2010

Wie heißt es so schön: den Bock zum Gärtner machen. In diesem Fall hatte ein Supermarkt den richtigen Riecher und lehnte die Bewerbung eines 43-Jährigen als Ladendetektiv ab. Der Mann hatte der Geschäftsführung erklärt, der Lebensmittelmarkt sei nicht sicher und man könne problemlos Waren mitgehen lassen. Als das Argument nicht zog, wurde der Möchtegern-Ermittler aktiv. Allerdings auf eine Art und Weise, mit der er sich die Zukunft als Detektiv oder Fachkraft im Sicherheitsgewerbe wohl verbaut haben dürfte.

Statt es bei der Absage zu belassen, zog er wenige Tage später los und schnappte sich eine Flasche Wodka in dem Geschäft. Das gleiche Spiel wiederholte er mehrmals. Die ersten drei Diebstähle blieben unbemerkt. Der letzte Versuch scheiterte dann. Der 43-Jährige wurde dabei beobachtet, wie er den Schnaps einsteckte. Statt verschämt zu reagieren, öffnete er seinen Rucksack und zeigte stolz das Diebesgut der vergangenen Tage. Damit wollte er beweisen, wie schlecht es um die Sicherheit in dem Haus bestellt ist. In seinem Eifer hat der Mann nur eines übersehen: Aus einer Strafanzeige wegen Ladendiebstahls wurden daraufhin gleich vier.

Dass der Bund der Detektive jetzt auch Ladendetektive in seine Reihen aufnimmt und dafür sorgen möchte, dass die Ausbildung reglementiert wird, hat einen guten Grund – das belegt dieser Fall recht eindrucksvoll. Privatermittler machen zwar hin und wieder auch lange Finger, allerdings immer nur im Auftrag der Kunden, um die Sicherheitsmaßnahmen zu kontrollieren und zu analysieren. Daraus resultieren unter anderem Verbesserungen in der Videoüberwachung oder eine neue Ausrichtung der Strategien. Aber einen Job als Detektiv zu ergattern, indem man Schnaps stiehlt, ist eine ziemlich blöde Idee.

Schummeleien von Bewerbern können Unternehmen teuer zu stehen kommen

Montag, April 19th, 2010

Wird ein falscher Arzt entlarvt und der Gerichtsbarkeit zugeführt, stellt sich vielen die Frage: Wie kann das passieren? Warum hat vorher keiner gemerkt, dass der Mann oder die Frau nie die Erlaubnis hatte, Menschen zu behandeln oder gar zu operieren? Die Antwort darauf ist so simpel wie ernüchternd: Es hat sich niemand die Mühe gemacht, den Lebenslauf und die Referenzen zu hinterfragen.

Meist fällt der Betrug erst auf, wenn es zu spät ist. Das gilt nicht nur im medizinischen Bereich und bei hochdotierten Posten. Inzwischen ist jeder Job so umkämpft, dass die Bewerberinnen und Bewerber zu nicht ganz astreinen Mitteln greifen, um sich in einem besseren Licht darzustellen.

Da den Personalabteilungen die Zeit fehlt, Punkt für Punkt und Zeugnis für Zeugnis auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, beauftragen viele Unternehmen Detektive. Ermittler, die schon seit Jahren im Geschäft sind, kennen die Tricks. Abgesehen vielleicht vom Foto – schließlich würde eine Retusche beim Vorstellungsgespräch auffallen – gibt es kaum einen Teil der Bewerbung, bei dem nicht geschummelt wird. Geht es nur darum, eine Lücke im Lebenslauf zu schließen, ist das vergleichsweise harmlos. Werden aber Belege beigefügt, die nicht vorhandene Qualifikationen vorgaukeln, kann das für ein Unternehmen ernste Folgen haben.

Angefangen beim Image-Schaden, wenn der Betrug auffliegt und in der Branche die Runde macht, bis hin zu möglichen Schadensersatzforderungen, weil die angebliche Fachkraft von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Zumindest Kandidat(inn)en, die in die engere Wahl für einen verantwortungsvollen Posten kommen, sollten daher vorab überprüft werden. Denn fehlendes Fachwissen wird in Vorstellungsgesprächen mit umso mehr Selbstbewusstsein überspielt. Die Detekteien nehmen sich in dem Fall die Zeugnisse vor, fragen bei vorherigen Arbeitgebern, der Schule oder der Universität nach. Damit geht man auf Nummer sicher und kann die Position punktgenau besetzen.

Pater ermittelt mit detektivischem Spürsinn

Montag, Januar 11th, 2010

Er heißt nicht Pater Brown oder – in der modernen Variante – Pfarrer Braun. Und ihm sitzt auch kein Bischof im Nacken, der ihn wegen seines Faibles für Kriminalistik ständig versetzt. Guardian Thomas vom Franziskanerkloster in Maria Enzersdorf (Österreich) gehört zu der Sorte Detektiv, die nur hin und wieder aktiv werden und dabei einen großen Bogen um Kapitalverbrechen wie Mord und Totschlag machen. Aktuell ist der Geistliche auf der Spur von zwei Opferstock-Dieben.

Entdeckt hatte Pater Thomas Lackner das Verbrechen, als er die Bänder der Videoüberwachung kontrollierte. Sie wurde für genau solche Fälle im Gotteshaus installiert. Was er dabei zu sehen bekam, ärgert den Guardian. „Die sind ganz ungeniert in unsere Kirche marschiert und haben sich an unseren Opferstöcken zu schaffen gemacht“, erklärte er in einem Interview. Die Tat weckte erneut den Ermittler im Mann Gottes. Jetzt fahndet er nach dem Pärchen. Pater Thomas geht davon aus, dass es sich um Profis handelt, die nicht zum ersten Mal einen Opferstock geleert haben. Erkannt hat er es daran, wie die beiden mit der Taschenlampe und dem Diebeswerkzeug umgegangen sind.

Sicher dürfen sich die Diebe nicht fühlen. Der Guardian gehört zwar nicht zu den Profis in Sachen Spurensuche, war aber schon einmal erfolgreich und liegt regelmäßig auf der Lauer. Das liegt schlichtweg daran, dass Pietät für viele Verbrecher inzwischen ein Fremdwort ist. Sie machen sich immer öfter auch in Kirchen zu schaffen und sei es nur, um ein paar Euro aus dem Opferstock zu „angeln“. Nicht umsonst verfügt das Franziskanerkloster im Bereich Mödling über die Videoüberwachung. Pater Thomas wird sich die Bilder vermutlich noch sehr oft ansehen und nach Anhaltspunkten Ausschau halten. Vielleicht gelingt es ihm erneut, der Polizei den entscheidenden Tipp zu geben und die Täter dingfest zu machen.

Facebook als Informationsquelle für Justiz und Detektive

Montag, Oktober 26th, 2009

Plattformen wie Facebook sind beliebt. Die sozialen Netzwerke erstrecken sich über den gesamten Globus und dienen in erster Linie dazu, sich selbst und seine Interesse darzustellen. Dass ein allzu freizügiger Umgang mit persönlichen Informationen eher gefährlich ist, darüber wurde schon oft berichtet. Zwei Frage sollte man sich daher stellen, bevor man etwas veröffentlicht: Was gebe ich über mich preis und wem vertraue ich? Denn nicht jeder, der sich die Nutzerseiten ansieht, hat Gutes im Sinn.

Dass es dabei immer auf den Blickwinkel ankommt, beweist das Beispiel eines Betrügers aus den USA. Er konnte nur aufgrund seiner Daten bei Facebook geschnappt werden Beinahe täglich berichtete er darüber, wie toll die Partys sind. Die US-Behörden verfolgten mit Interesse, was sich auf der Seite tat. Sie vermuteten den Mann in Mexiko, konnten ihn aber nicht genau lokalisieren. Das änderte sich, als der Bankbetrüger einen US-Justizangestellten als Freund hinzufügte. Die Ermittler wandten sich an den neuen Facebook-Freund und erhielten den entscheidenden Hinweis. Hinter Gittern wird der Partygänger jetzt eher wenig zu berichten haben.

Das zeigt: Soziale Netzwerke sind eine ideale Informationsquelle für Justiz und Detektive. Auch Privatermittler nutzen Facebook & Co. zu Recherchezwecken. Wie oft sie damit Erfolge verbuchen konnten, darüber schweigen sich Detekteien wohlweislich aus. Lukas Helmberger, Präsident des österreichischen Detektivverbandes, erklärt dazu lediglich: „Im Grunde genommen ist Facebook eine Quelle im Internet wie alle anderen Seiten auch. Zudem haben wir kein Interesse daran, unsere Ermittlungsstrategien breitzutreten.“

Nur so viel, die meisten Journalisten würden ähnlich recherchieren wie Detektive – eben nur mit einem anderen Motiv. Ähnlich sieht das Arthur Häfele, Bundessprecher der Berufsdetektive. Sein knapper Kommentar lautete: „Wir überwachen alles im Internet.“ Dabei gehöre die Recherche bei sozialen Netzwerken längst nicht zur Haupttätigkeit von Detektiven, habe aber großes Potential für die Zukunft. Ohne Auftrag würde ohnehin keiner der Kollegen aktiv und sich auf den Seiten umsehen. Das ist manchmal auch gar nicht nötig: Ein Dieb war so clever, sich in einem fremden Haus bei Facebook einzuloggen und vergaß, sich wieder abzumelden. Da hätte er auch gleich auf die Polizei warten können.

Ausbildung zur Personenschützerin mit 20 Prozent Rabatt

Donnerstag, August 27th, 2009

Zum Repertoire der meisten Detekteien gehört auch der Personenschutz. Doch wie stellt man sich den perfekten Personenschützer oder auf Neu-Deutsch Bodyguard vor? Smart und flink wie Kevin Costner im Kino oder als Kleiderschrank, dessen grimmigen Blick man hinter der pechschwarzen Sonnenbrille nur erahnen kann? Der europäische Detektivverband EURODET hält breite, große und muskelbepackten Typen, die sämtliche Klischees des Personenschützers bedienen, nur bedingt für den Beruf geeignet. Insbesondere, wenn Frauen und Kinder beschützt und begleitet werden sollen, seien weibliche Bodyguards die bessere Wahl.

Das Problem: Es gibt nur sehr wenige Frauen, die bereit sind, sich auf diesen Job einzulassen und entsprechend ausbilden zu lassen. Dabei sind die Berufschancen in Österreich sehr gut. Die Branche boomt, weil der Staat sparen muss. In die Bresche springen private Unternehmen, die sich damit lukrative Aufträge sichern. Beim Personenschutz gilt es in der Alpenrepublik allerdings eine Beschränkung: Diese Aufgabe dürfen ausschließlich Berufsdetektive übernehmen. EURODET bietet daher Kurse an, in denen das nötige Fachwissen vermittelt wird, um später Prominente, Wirtschaftsvertreter und Sportler bei Auftritten und Reisen bewachen zu können.

180 Stunden dauert ein solcher Kursus, der über zweieinhalb Monate geht. Auf dem Stundenplan stehen Waffen-, Rechts- und Sprengstoffkunde, die Gefährdungsanalyse, der Umgang mit Waffen – hierzu gibt es inzwischen schon Videos auf youtube – Erste Hilfe, Taktik und natürlich Selbstverteidigung. Neben einem einwandfreien Leumund sind körperliche Fitness und Lernbereitschaft Grundvoraussetzungen, um an der EURODET-Fortbildung teilnehmen zu dürfen. Frauen erhalten für den nächsten Lehrgang, der am 14. September beginnt, einen Extra-Bonus. Sie zahlen 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Beweismaterial von Detekteien wird ganz unterschiedlich bewertet

Donnerstag, August 20th, 2009

Aufgabe von Detekteien ist es unter anderem, Beweise zu sammeln, die einen Anfangsverdacht bestätigen oder gegebenenfalls auch widerlegen. Wie diese Beweise bewertet werden, obliegt dann nicht mehr den Detektiven, sondern häufig Richtern und Staatsanwälten. Zwei Beispiele sollen verdeutlichen, wie unterschiedlich Gerichte das Beweismaterial einstufen, und dass es durchaus auch überraschende Urteile geben kann.

Im ersten Fall versuchte eine Klinik-Gruppe einen Betriebsrat vor die Tür zu setzen. Das Verdi-Mitglied und der neue Verwaltungsdirektor waren sich von Anfang nicht grün. Um eine Grundlage für eine außerordentliche Kündigung zu haben, wurden Detektive beauftragt, den Mann zu observieren und Fehltritte zu dokumentieren. Das Vorgehen der Ermittler wurde von Verdi-Vertretern später als „Psycho Terror“ vergleichbar mit „Stasi-Methoden“ beschrieben. Die Detektive verfolgten den Betriebsrat auf Schritt und Tritt, tätigten Kontrollanrufe und standen regelmäßig vor der Haustüre. Vorbildlich war diese Art der Detektivarbeit sicherlich nicht. Auch am Erfolg mangelte es: In der Akte standen nachher lediglich Dienstfahrten, die angeblich falsch abgerechnet worden waren. Schaden: 11,20 Euro. Diese Beweise spielten vor Gericht gar keine Rolle. Die Klage der Klinik blieb vorerst erfolglos.

Der zweite Fall spielt in der Schweiz. Zwar gilt das Land als reich, doch auch hier gibt es Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Eine 46-jährige Frau hatte sich arbeitsunfähig gemeldet und erhielt daraufhin so genannte IV-Leistungen. Dass die Frau tatsächlich nicht arbeiten konnte, wurde vorab von einem Gutachter untersucht. Die Unfallversicherung schickte dennoch einen Detektiv, der sehr schnell Beweise dafür lieferte, dass die Frau recht aktiv im Haushalt werkelte. Die erste Instanz verurteilte die Leistungsempfängerin wegen Betrugs. Die zweite Instanz hingegen sprach sie von dem Vorwurf frei. Stattdessen schoben die Richter die Schuld auf den Gutachter, der sich von der Frau habe täuschen lassen. Der Arzt spricht von einem Skandal, zumal eine medizinische Begutachtung stark auf Treu und Glauben basiere und man erst einmal darauf vertrauen müsse, dass der Patient seine Lage wahrheitsgemäß schildere.

Detektiv findet neuen Zeugen im Fall Maddie McCann

Montag, August 10th, 2009

Madeleine McCann gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Entführungsopfern der vergangenen Jahre. 2007 war die damals Dreijährige aus einer Ferienanlage an der Algarve entführt worden. Seither gab es viele Pannen, Missverständnisse, aber noch keine konkreten Ergebnisse. Die Polizeiakte dürfte inzwischen mehrere tausende Seiten umfassen. Gleiches gilt für die Detekteien, die sich direkt nach dem Verschwinden an die Arbeit gemacht haben. Waren es erst spanische Privatermittler, die einen schnellen Erfolg versprachen und sich damit übernommen hatten, ist jetzt Dave Edgar für die Eltern, Kate und Gerry McCann, aktiv.

Nachdem es lange ruhig war und so schien, als sei der Fall ad acta gelegt worden, präsentierte der Brite jetzt eine neue Spur. Dass sie zwei Jahre alt ist und damit vermutlich wieder im Sand verläuft, spielt keine Rolle. Der Detektiv hat einen Zeugen gefunden, der Kontakt zu einer vermeintlich Verdächtigen hatte. Sie soll den britischen Touristen am Jachthafen in Barcelona angesprochen und nach einem Mädchen gefragt haben. Der Zeuge erinnert sich an folgende Worte: „Haben Sie sie? Haben meine Tochter mitgebracht?“ Die Frau mit australischem Akzent schien sehr nervös zu sein und lief anschließend zu einem Mann in eine Bar. Vermutlich hielt sie den Urlauber für den Kurier, der das Mädchen bringt.

Die Frau soll Victoria Beckham ähneln – obwohl das Phantombild nur eine vage Ähnlichkeit vermittelt –, etwa 30 bis 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß und schlank sein. Mehr Details hat der Privatdetektiv bislang nicht an die Öffentlichkeit gegeben. Dass der Zeuge sich erst jetzt meldet, viel zu spät, wird mit der Angst des Mannes begründet, seine Frau hielte ihn für einen Schürzenjäger, der im Urlaub mit fremden Frauen spricht. Die Spur belegt jedenfalls eine Theorie: Maddie wurde entführt, per Schnellboot von der Algarve nach Spanien gebracht und dort an ein kinderloses Ehepaar verkauft. Inwieweit der Fahndungsaufruf nach der Frau, die nun offiziell auch von der australischen Polizei gesucht wird, etwas bringt, wird sich zeigen.

Junger Detektiv gibt Polizei den entscheidenden Hinweis

Montag, August 3rd, 2009

Da sage noch einer, Kinder interessieren sich nur für PC-Spiele, Fußball, Puppen und Pferde. In Jever hat ein Zehnjähriger detektivischen Spürsinn bewiesen und damit die Polizei auf die richtige Spur bei der Aufklärung eines Diebstahls gebracht. Im Grunde genommen war es allerdings mal wieder Kommissar Zufall, der seine Hände im Spiel hatte und die Fäden im Hintergrund zog. So kam der Junge just in dem Moment an dem Geschäft vorbei, als der Dieb mit einem Affenzahn vom Parkplatz sauste. Normalerweise nichts Ungewöhnliches, wenn es jemand eilig hat und nicht so genau mit der Straßenverkehrsordnung nimmt. Der junge Detektiv wertete es gleich als Flucht und lag damit goldrichtig.

Den Großeltern des zehnjährigen „Ermittlers“ war das Fahrzeug gar nicht aufgefallen. Sie fuhren mit ihrem Enkel ganz gemütlich durch Jever. Da sorgten quietschende Reifen für die Aufmerksamkeit des Jungen. Er sah ein Auto, das viel zu schnell davonfuhr. Als dann auch noch zwei Mitarbeiter eines Geschäftes auf den Parkplatz gelaufen kamen, schnappte sich der Junior-Detektiv sein Mobiltelefon – die Vorzüge moderner Technik kann man nie früh genug kennen lernen – und speicherte alle Details zum Fahrzeug und der flüchtenden Person. Nach einiger Zeit ließ ihm der Vorfall dann keine Ruhe mehr und er rief die Polizei in Jever an.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als der Schüler ihnen den Fahrer und das Auto beschrieb. Lange dauerte es nicht und die Profis konnten den Straftäter dingfest machen. Er war nicht umsonst viel zu schnell gefahren. Im Gepäck hatte er Duftwässerchen im Wert von über 450 Euro, die er zuvor aus dem Geschäft gestohlen hatte. Ob der Ladeninhaber und die Polizei sich bei dem Zehnjährigen erkenntlich zeigen, bleibt abzuwarten. In Österreich hätte EURODET, der europäische Detektiv-Verband, vermutlich sofort reagiert. Denn mit EURODET-Teens bietet er ein eigenes Programm, um Kinder und Jugendliche für die Kriminalistik zu begeistern.

Zigarettendiebe fahren Detektiv einfach um

Montag, Juni 29th, 2009

Seine ganze Wut, erwischt worden zu sein und vermutlich auch noch angezeigt zu werden, hat ein Ehepaar aus Köln an einem Ladendetektiv ausgelassen. Der Ermittler hatte den 51-jährigen und dessen 54-jährigen Frau beim Zigarettendiebstahl beobachtet. 36 Packungen waren in den Taschen der beiden gelandet. Als der Detektiv versuchte, das Paar aufzuhalten, wurde er vom Mann angegriffen. Die Frau schnappte sich währenddessen die Autoschlüssel, startete ihren Polo und hielt schnurstracks auf den Ermittler zu. Der Devise folgend, „doppelt hält besser“, fuhr sie ihn gleich zwei Mal an. Die Quittung verpasste den beiden das Schöffengericht beim Amtsgericht Köln: Eineinhalb Jahre auf Bewährung und 3.600 Euro Schadensersatz – ein dicker Batzen für die Hartz-IV-Empfänger.

Eingebrockt hat sich das Ehepaar den Ärger selbst. Tätliche Übergriffe gegenüber Detektiven, gerade in Kaufhäusern, gehören zwar leider zur Tagesordnung und werden entsprechend geahndet. Aber sich gleich in bester Hollywood-Manier den Weg frei fahren zu wollen, ohne Rücksicht auf Verluste, ist glücklicherweise doch eher die Ausnahme. Für den Detektiv endete sein Einsatz im Krankenbett. Einen Monat lang war er arbeitsunfähig. Das schien die beiden Täter weniger zu stören. Sie fühlen sich offensichtlich von der Gesellschaft und ganz besonders dem Ermittler unverstanden. Den Richtern wollten sie daher auch weiß machen, sie hätten gar nichts getan.

Der Mann behauptete, der Detektiv hätte ihn attackiert. Die Frau versuchte es mit der Aussage, der Ermittler sei ihr absichtlich vor das Auto gesprungen. Da es Zeugen für die Tat gab und der Kaufhausdetektiv sich glaubwürdiger präsentierte, musste eigentlich nur noch das Strafmaß festgelegt werden. Dass Staatsanwältin und Gericht sich über eine deutliche Strafe einig waren, hat das Paar seinem Starrsinn zu verdanken. Denn damit gingen sie dem Richter gewaltig auf die Nerven: „Sie kapieren wohl gar nichts. Ihrer Ansicht nach sind wohl alle hier im Gerichtssaal bekloppt und nur Sie haben sich nichts vorzuwerfen.“ So ungefähr wird es wohl sein, denn die beiden wollen ob des unverschämten Urteils Berufung einlegen.