Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Zigarettendiebe fahren Detektiv einfach um

Montag, 29. Juni 2009

Seine ganze Wut, erwischt worden zu sein und vermutlich auch noch angezeigt zu werden, hat ein Ehepaar aus Köln an einem Ladendetektiv ausgelassen. Der Ermittler hatte den 51-jährigen und dessen 54-jährigen Frau beim Zigarettendiebstahl beobachtet. 36 Packungen waren in den Taschen der beiden gelandet. Als der Detektiv versuchte, das Paar aufzuhalten, wurde er vom Mann angegriffen. Die Frau schnappte sich währenddessen die Autoschlüssel, startete ihren Polo und hielt schnurstracks auf den Ermittler zu. Der Devise folgend, „doppelt hält besser“, fuhr sie ihn gleich zwei Mal an. Die Quittung verpasste den beiden das Schöffengericht beim Amtsgericht Köln: Eineinhalb Jahre auf Bewährung und 3.600 Euro Schadensersatz – ein dicker Batzen für die Hartz-IV-Empfänger.

Eingebrockt hat sich das Ehepaar den Ärger selbst. Tätliche Übergriffe gegenüber Detektiven, gerade in Kaufhäusern, gehören zwar leider zur Tagesordnung und werden entsprechend geahndet. Aber sich gleich in bester Hollywood-Manier den Weg frei fahren zu wollen, ohne Rücksicht auf Verluste, ist glücklicherweise doch eher die Ausnahme. Für den Detektiv endete sein Einsatz im Krankenbett. Einen Monat lang war er arbeitsunfähig. Das schien die beiden Täter weniger zu stören. Sie fühlen sich offensichtlich von der Gesellschaft und ganz besonders dem Ermittler unverstanden. Den Richtern wollten sie daher auch weiß machen, sie hätten gar nichts getan.

Der Mann behauptete, der Detektiv hätte ihn attackiert. Die Frau versuchte es mit der Aussage, der Ermittler sei ihr absichtlich vor das Auto gesprungen. Da es Zeugen für die Tat gab und der Kaufhausdetektiv sich glaubwürdiger präsentierte, musste eigentlich nur noch das Strafmaß festgelegt werden. Dass Staatsanwältin und Gericht sich über eine deutliche Strafe einig waren, hat das Paar seinem Starrsinn zu verdanken. Denn damit gingen sie dem Richter gewaltig auf die Nerven: „Sie kapieren wohl gar nichts. Ihrer Ansicht nach sind wohl alle hier im Gerichtssaal bekloppt und nur Sie haben sich nichts vorzuwerfen.“ So ungefähr wird es wohl sein, denn die beiden wollen ob des unverschämten Urteils Berufung einlegen.

Ahnenforschung bedarf sehr viel Geduld

Freitag, 18. April 2008

Der reiche Onkel in den USA, dessen Millionen man einmal erbt – davon träumen viele. Sehr wahrscheinlich ist es nicht, dass dieser Fall eintritt. Doch hoffen darf man. Denn immer wieder werden auch Detektive damit beauftragt, in Nachlassangelegenheiten zu ermitteln. Zumeist dann, wenn kein direkter Nachfahre gefunden wird, der das Erbe antreten könnte. Dann heißt es Ahnenforschung zu betreiben, Stammbücher einzusehen und Geburtsverzeichnisse zu durchforsten – kurzum: Eine aufwändige Recherche in Archiven und am PC.

Was dabei herauskommen kann, haben Ahnenforscher jetzt bewiesen. Sie konnten eindeutig nachweisen, dass Madonna, Celine Dion und Camilla, die Frau von Prinz Charles, einen französischen Zimmermann als gemeinsamen Vorfahren haben. Dazu gingen die Profis bis in das Jahr 1621 zurück. Ganz so tief werden Detekteien bei der Suche nach Verwandten nicht in der Vergangenheit wühlen müssen. Wie jeder andere, der einen Stammbaum erstellt, können auch sie nur Schritt für Schritt vorangehen. War der Verstorbene einmal verheiratet? Hatte er Kinder? Gibt es Geschwister? Wurde der Name geändert? Diese Arbeit erfordert viel Geduld, wenngleich der Detektiv oft die Zeit im Nacken hat.

Inzwischen gibt es auch gewerbliche Erbenermittler, die ansonsten keine Detektivarbeit übernehmen. Bei Erfolg werden sie prozentual am Erbe beteiligt. Von sich aus sollten sie die Initiative allerdings nicht ergreifen und auf jede Anzeige von Nachlassgerichten reagieren. Einer der Erbensucher hatte es versucht und konnte auch einen Halbbruder und eine Halbschwester finden. Er verlangte von den beiden 20 Prozent des Erbes, ging aber leer aus. Seine Klage endete vor dem Bundesgerichtshof (Aktenzeichen III ZR 323/98). Seine Forderung wäre laut Urteil der Richter nur dann berechtigt gewesen, hätte der Profi vorher eine Honorarvereinbarung getroffen. Die beiden Erben haben anhand der Infos übrigens selbst den Nachlass ermittelt und erhielten rund 96.000 Deutsche Mark.

Hobby-Detektiv klärt 127 Jahre alten Fall auf

Mittwoch, 05. Dezember 2007

Recherche macht einen großen Teil der Arbeit eines Detektivs aus. Zeugen befragen, Tatorte besichtigen, Fotos machen, in Archiven und im Internet suchen. Bei aktuellen Fällen mag das noch relativ leicht sein, zumal inzwischen weit mehr darauf geachtet wird, auch kleinste Hinweise zu vermerken. Professor Helmut Gebhardt, eigentlich für die Geschichte von Gendarmerie und Polizei in Österreich zuständig, hatte es da schwerer. Seine Detektivarbeit führte in 127 Jahre zurück in die Geschichte. Er versuchte, einen Mord aus dem Jahr 1880 aufzuklären.

Viele Spuren, Notizen und Akten standen dem Geschichtsdetektiv nicht zur Verfügung. Klar ist nur, dass am 5. Juni 1880 der Gendarm Karl Malli von hinten erstochen wurde. 33 Mal rammte der Täter einen Dolch in sein Opfer. Verdächtigt und verhaftet wurden einige Roma, derentwegen der Polizist nachts nach einigen Einbruchdiebstählen auf Streife war. Nach einem Hinweis auf ein Lager der Roma, beobachtete er es. Seine Pause um drei Uhr morgens überlebte Malli nicht. Gestohlen wurde weder seine Pfeife, die Uhr noch das Gewehr. Für Hobby-Detektiv Gebhardt wurden die Roma zu Unrecht verhaftet. „Die Tat deutet eher auf einen Eifersuchtsmord“, sagt er.

Sein detektivischer Spürsinn brachte ihn zu einem Nebenbuhler, dessen Name nicht bekannt ist. Der Gendarm war mit einer Wirtstochter liiert, in die sich ein weiterer Mann verliebt hatte. Ihm schreibt Professor Gebhardt den Mord zu. Gerüchten zufolge soll er seiner späteren Frau, jener Wirtstochter, die Tat auf dem Sterbebett gestanden haben. Sie war es schließlich, die eine Gedenktafel für den Gendarmen aufstellte, ist sich der Wissenschaftler sicher.

Die ersten Detektive der Welt

Donnerstag, 22. November 2007

Menschen mit detektivischem Spürsinn hat es wohl schon zu allen Zeiten gegeben. Allerdings hat es lange gedauert, bis sich daraus ein eigener Beruf, der des Detektivs, entwickelt hat. Wann der erste professionelle Privatermittler aktiv wurde bzw. die erste Detektei gegründet wurde, lässt sich ziemlich genau sagen. Den Anfang machte Frankreich 1832. Eugéne Francois Vdoq soll in dem Jahr sein Büro eröffnet haben. Berühmter wurde allerdings Alan Pinkerton, der 1850 in den USA den Polizeidienst quittierte und sich selbstständig machte.

Pinkerton stammt aus Schottland. Geboren wurde er 1819. Sein Vater war Polizist. Er lernte den Beruf des Fassbinders. Seine politische Überzeugung zwang ihn, in die USA zu fliehen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Es war wohl eher Glück, dass er dazu beitrug, Geldfälscher dingfest zu machen. Jedenfalls machte dieser erste Erfolg ihn zum Deputy Sheriff. Dabei blieb es vorerst auch. Seine Pinkerton National Detective Agency gründete er 1850 und betrat damit selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein völlig neues Terrain.

Alan Pinkerton spezialisierte sich schnell auf den Begleitschutz von Zügen. Später brachte er es bis zum Personenschützer von Präsident Abraham Lincoln. Zumindest ein Mordkomplott konnte Pinkerton während dieser Zeit aufdecken und verhindern. Den Kontakt zur Regierung nutzte der Detektiv auch später sehr geschickt. Er wurde mit dem Aufbau eines Geheimdienstes beauftragt und spielte eine gewichtige Rolle im Konflikt zwischen Nord- und Südstaaten. Auf das Konto von Pinkerton ging auch die Festnahme von Butch Cassidy und Sundance Kid. Nach seinem Tod 1884 führten die Söhne das Geschäft fort.

Geburtstag von Sir Arthur Conan Doyle

Montag, 22. Mai 2006

Sir Arthur Ignatius Conan Doyle (* 22. Mai 1859 in Edinburgh; † 7. Juli 1930 in Crowborough, Sussex) war britischer Arzt und Schriftsteller und veröffentlichte die Abenteuer des Sherlock Holmes und dessen Freundes Dr. Watson (Quelle Wikipedia). Die Figur des genialen Privatdetektivs Sherlock Holmes mit der fiktiven Adresse Baker Street 221b, London, bescherte ihm große Anerkennung. Doch noch berühmter als der Autor selber waren seine beiden Romanfiguren. Viele Menschen glaubten sogar an ihre Existenz.

Aufgrund der großen Popularität fühlte sich Doyle in seinem Schaffen eingeengt und versuchte den Detektiv während eines Kampfes mit seinem Erzfeind Professor Moriarty ums Leben zu bringen. Er hatte aber nicht mit dem Widerstand der großen Fangemeinde des Detektivs gerechnet und so ließ er Holmes nach drei Jahren wieder auferstehen.

Arthuer Conan DoyleHeute feiern wir den 147. Geburtstag von Sir Arthur und heute wird dem berühmten Arzt und Schriftsteller eine besondere Aufmerksamkeit zuteil. Die Suchmaschine Google hat zu Ehren seines Geburtstags ein Sherlock Holmes Doodle als Logo geschaltet. Wahrscheinlich haben noch nie so viele Menschen nach Sir Arthur Conan Doyle und seinem Sherlock Holmes gesucht wie heute. Ich glaube, Google liebt Sir Arthur Conan Doyle, er scheint in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für die Googelaner zu sein.