Archiv für die Kategorie ‘Spionage’

Krypto-Handy für die Bundeskanzlerin

Montag, 23. November 2009

Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört zu den Menschen, die ohne Mobiltelefon aufgeschmissen wären. Termine koordinieren, Rücksprache halten oder allzu vorlaute Parteifreunde zur Raison bringen – fast alles wird angesichts des dicken Kalenders mobil erledigt. Damit die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommt, erhalten die Bundeskanzlerin, ihre Kollegen vom Bundestag und hochrangige Beamte jetzt Krypto-Handys mit einem speziellen Prozessor, der sämtliche Sprach- und Textnachrichten inklusive E-Mails noch besser verschlüsselt. Kosten je Chip: 2.618 Euro plus Handy – einem Nokia E63.

Die Ausgaben in Höhe von mehreren Millionen Euro beweisen, dass Spionageabwehr längst nicht nur in der Wirtschaft thematisiert wird, sondern auch auf dem politischen Parkett oberste Priorität genießt. Schließlich soll nicht jeder mithören oder -lesen können, welche Pläne bei der Bundeswehr oder auf wirtschaftlicher Ebene verfolgt werden. Nachrichtendienste und andere Lauscher, die technisch in der Lage wären, normale Handygespräche abzufangen, dürften es dank der neuen Verschlüsselungschips jetzt erheblich schwerer haben, Einblicke in die Arbeit und geheimen Absprachen der Minister und Abgeordneten zu erhalten. Angela Merkel wird es freuen. Sie gilt laut einer inoffiziellen Liste als Handy-Meisterin und ruft in der Mittagspause auch schon mal beim französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an.

Telefonate mit dem US-Präsidenten Barack Obama, einem großen Fan der Blackberry-Technik, werden allerdings auch mit der neuen Krypto-Technik nicht einfacher. Spontane Grüße oder ein Plausch nach Feierabend sind nicht drin. Jedes Gespräch muss vorher vereinbart und damit quasi angemeldet werden. Das liegt nicht etwa daran, dass die US-Amerikaner in punkto Spionageabwehr noch hartnäckiger sind, sondern schlichtweg an der Tatsache, dass jedes gesprochene Wort des Präsidenten aufgezeichnet wird – ohne Ausnahme.

Manager unterschätzen Spionagegefahr

Montag, 14. September 2009

Industriespionage ist weltweit auf dem Vormarsch. In der Bundesrepublik scheint dieser Tatbestand Manager aber kaum zu stören. 75 Prozent der Unternehmen verfügen über keinerlei Abwehrmechanismen, um mögliche Spionagefälle aufzudecken oder aktiv vorzubeugen. Wenn überhaupt, setzen viele Firmen nur auf ihren Werksschutz. Dass es damit nicht getan ist, wird spätestens dann deutlich, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Leider passiert das öfter, als der Wirtschaft lieb sein kann. Auf 20 Milliarden Euro belaufen sich die Schäden durch Spionage alleine in Deutschland, so Dr. August Hanning, ehemals Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Eine deutlich höhere Zahl nennt die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW). Sie kommt auf 30 Milliarden Euro. So oder so: Es besteht Handlungsbedarf. Das müssen auch die Manager erkennen. Sie machen es Wirtschaftsspionen sehr leicht, an geheime Informationen zu kommen, monieren Experten. „Reaktiv statt präventiv“, bringt Maxim Worcester von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG es auf den Punkt. Betroffen seien vor allem Unternehmen mit internationaler Ausrichtung und Firmen, deren eigenes Know-how das größte Kapital ist. Die Gefahr, dass diese Daten „abfließen“ und von der Konkurrenz genutzt werden, wächst stetig.

Als heikel werten die Sicherheitsexperten vor allem USB-Speichergeräte, vom einfachen Stick bis hin zur Armbanduhr mit mehreren Gigabyte Speicherkapazität. Bei Kontrollen werden sie in der Regel nicht entdeckt oder genauer überprüft. In solchen Fälle kommt die Gefahr von „innen“, sprich: Es sind die eigenen Mitarbeiter, die aus Unzufriedenheit oder dank guter Angebote der Konkurrenz zu Spionen werden. Hinzu kommt modernste Technik, mit der Gespräche abgehört und Daten ausgelesen werden. Hilfe gegen diese Angriffe von innen und außen bieten eine gezielte Lauschabwehr durch Profis von einer Detektei und ein auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmtes Sicherheitskonzept.

Schreiben, speichern, filmen – der Multifunktions-Spionage-Kuli

Freitag, 16. Januar 2009

James Bond und sein genialer Tüftler „Q“ lassen grüßen: Sie haben schon immer darauf gesetzt, möglichst viele Funktionen auf kleinstem Raum unterzubringen. Dieser Prämisse folgt auch die Mini-Spionagekamera in Kugelschreiberform. Elegant in Schwarz, abgesetzt mit Klipp, Spitze und Mittelstück in Silber schaut das Gerät nicht nur aus wie ein Stift. Nein, man kann sogar damit schreiben. Und wenn man den Kuli aufschraubt, erscheint ein USB-Stick. Die Kamera mit Mikrofon ist gut versteckt und dank einer zwei Millimeter großen Linse für niemanden sichtbar. Schade nur, dass Leuchtdioden – zwar auch sehr klein – anzeigen, dass gerade gefilmt wird.

Über die Qualität der Aufnahmen geben die Artikelbeschreibungen der Händler, darunter ein großer Buchversand, keine Auskunft. Auch der Hersteller hüllt sich in Schweigen. Auf der Seite der Firma findet sich nicht einmal ein Hinweis auf die Spionagekamera – oder er ist so gut versteckt, dass wirklich nur Geheimagenten ihn finden. Dabei wäre durchaus interessant zu wissen, mit welcher Auflösung das Gerät arbeitet, wie lichtstark das Objektiv ist und welche Brennweite es hat. Sonderlich viel Leistung sollte man nicht erwarten, wenn man die Preise sieht. Im Liveshopping ist das Gerät für knapp 50 Euro zu haben. Regulär kostet die Minikamera etwa 60 Euro.

Dass in den Kugelschreiber neben der Kamera auch ein vier Gigabyte USB-Stick integriert wurde, auf dem die Filme und sonstige Daten gespeichert werden können, ist recht praktisch. Einen Stift und einen Speicherstick kann man schließlich immer mal gebrauchen. Stellt sich nur eine Frage: Wie kann man mit dem Gerät unauffällig filmen? Denn darauf kommt es bei einem Spion doch an: So zu agieren, dass niemand etwas mitbekommt. Dürfte schwer sein. Ständig mit dem Kuli rumzufuchteln, sorgt garantiert für Fragen. Ihn einfach auf den Tisch zu legen, bringt auch nicht viel, es sei denn, man legt mehr Wert auf das gesprochene Wort und verkauft die Filme als moderne Kunst. Bringen wir es mal auf den Punkt: Es ist ein Spielzeug für große und kleine Jungs.

Speziell für Spione: unsichtbare Tinte und eine Stimme wie ein Alien

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Autos mit Raketenwerfer, Schirme mit Maschinengewehr oder Uhren, die Giftpfeile abschießen und Stahl schmelzen – das macht James Bond aus. Die vielen kleinen Allzweckwaffen, die der geniale „Q“ dem Geheimagenten in seiner Werkstatt „gebastelt“ hat, haben zumindest Witz. Wenn man nun aber sieht, was diverse Geschäfte für Detektivausrüstungen im Namen von 007 anbieten, kann man nur den Kopf schütteln. Vielleicht haben die Entwickler zu lange und zu oft vor dem Fernseher gesessen oder sie lassen ganz einfach ihre Kindheit wieder aufleben. Denn Nachwuchs-Spione kann man mit den Produkten durchaus begeistern. Detektive würden sich damit eher lächerlich machen und ihre Kunden verschrecken.

Beispiel Nummer eins aus dem Detektivbedarf: Der Kugelschreiber mit unsichtbarer Tinte. Geheime Botschaften – das erinnert an die fünf Freunde und die drei Fragezeichen. Die haben noch Zitronensaft aufs Papier gepinselt und mit Hilfe einer Kerze die Buchstaben „zum Leben erweckt“. Jetzt gibt es Hightech. Einen hübschen Stift mit Clip, damit er immer und überall dabei ist. Die Artikelbeschreibung nennt auch gleich ein paar Beispiele, für welche Zwecke der Kuli geeignet ist. Codes und Passwörter sollen auf diese Weise absolut sicher und geheim notiert werden können. Erst mit Hilfe der Mini-UV-Lampe (die für einen Euro aus dem Restpostenmarkt, die so hübsch blau leuchtet) kann man die Schrift wieder lesen. Für knapp 30 Euro ein echtes Schnäppchen.

In einer ähnlichen Preisklasse rangiert der Sprachverzerrer, ebenfalls aus dem umfangreichen Sortiment eines Shops für Detektive. Sieht aus wie ein Schlüsselanhänger, soll aber wahre Wunder wirken, wenn man am Telefon nicht erkannt werden möchte. Das gute alte Taschentuch über dem Hörer reicht also nicht mehr. Jetzt kann man mit einem Knopfdruck wie ein Roboter plappern oder als Alien seine Forderungen stellen. Da hat man die Qual der Wahl. Gleich acht unterschiedliche Varianten lassen sich einstellen. Ob moderne Geräte zur Stimm-Entschlüsselung die Verzerrungen wieder auflösen können – das wird nicht verraten.

MI6 wirbt auf Facebook für Agentennachwuchs

Dienstag, 30. September 2008

James Bond, alias 007, sucht Nachfolger. Zum Doppel-Null-Agenten wird es vielleicht nicht auf Anhieb reichen, aber wer weiß: Vielleicht ist man schon bald als Spion unterwegs. Der britische Geheimdienst, der Secret Intelligence Service (SIS), ist jedenfalls sehr aktiv, wenn es darum geht, Nachwuchs zu rekrutieren. Dabei werden eher ungewöhnliche Wege eingeschlagen. Haben die Damen und Herren des auch als MI6 bekannten Dienstes es bislang mit Anzeigen in Tageszeitungen und Radiospots versucht, greifen sie jetzt auf soziale Online-Netzwerke zurück. Aktuell läuft eine Kampagne bei Facebook.

Die Werbung in eigener Sache auf möglichst breiter Basis erfolgt nicht ohne Grund: Der britische Geheimdienst möchte alle Bevölkerungsschichten erreichen, mit möglichst unterschiedlichen persönlichen Hintergründen. Bisher war es Usus, dass der Agentennachwuchs ausschließlich an Elite-Universitäten gesucht wurde. Eine Sprecherin des englischen Außenministeriums erklärte zur neuen Vorgehensweise: „Wir nutzen eine Vielzahl öffentlicher Kanäle, um Jobmöglichkeiten in unserer Organisation zu bewerben. Facebook ist ein aktuelles Beispiel hierfür. Mit der offenen Rekrutierungskampagne des SIS wollen wir stärker auf den Talentpool abzielen, der die heutige Gesellschaft in Großbritannien repräsentiert.“

Der Erfolg der Kampagne auf Facebook ließ nicht allzu lange auf sich warten. In der Hoffnung auf Auslandseinsätze, schöne Frauen und Abenteuer (die Agentenfilme lassen grüßen) haben sich bereits 700 Nutzer der Plattform beim Geheimdienst gemeldet. Die Interessenten werden mit zielgruppenspezifischen Anzeigen angesprochen. Ihnen winkt eine Langzeitkarriere als Beamter, wenn ihre Bewerbung Erfolg hat. Auf Facebook heißt es: „Zeit für einen Karrierewechsel? Beim MI6 kann man Ihre Fähigkeiten gut brauchen.“

Verfassungsschutz berät immer mehr Firmen im Kampf gegen Spione

Freitag, 12. September 2008

Die Zahl der Unternehmen, die Beratungsbedarf in Sachen Spionageabwehr anmelden, steigt sprunghaft. Das merkt auch der Verfassungsschutz in Hamburg, zu dessen Aufgaben es gehört, Firmen anzuleiten, sicherer und weniger blauäugig zu agieren. Denn an Tricks mangelt es den zumeist ausländischen Wirtschaftsspionen nicht. Als besonders dreist und derzeit verstärkt aktiv gelten die Chinesen, doch auch aus dem Iran droht Gefahr. Während China auf Innovationen hofft, baut der Iran auf Massenvernichtungswaffen und versucht mit allen Mitteln, die nötige Technologie und das Material zu erhalten.

Wie schnell es gehen kann, hat kürzlich erst ein Geschäftsreisender aus Hamburg erfahren müssen. Er war in Peking und nur kurz im Restaurant. In seinem Hotelzimmer stellte er dann fest, dass sein Notebook aus der Aktentasche genommen wurde. Die Mühe, es wieder zu verpacken, hatten sich die Spione nicht einmal gemacht. Andere Wege, an Daten und Informationen zu kommen, sind Delegationsbesuche, bei denen sich einzelne Mitglieder absondern, um Fotos zu machen. Oder Mitarbeiter aus China schieben jeden Tag Überstunden, in denen nicht gearbeitet, sondern fleißig kopiert wird. Die Alarmglocken sollten schon dann schrillen, wenn die Bewerbungsunterlagen zu 100 Prozent auf die Ausschreibung passen – und das, obwohl der Bewerber noch relativ jung ist und gar nicht so viel Erfahrung mitbringen kann.

Ziel des Verfassungsschutzes ist es, offensiv mit dem Thema Spionage umzugehen und zu informieren. Selbst Hotels lassen sich beraten, damit die Gäste einigermaßen sicher sind. Als ersten Schritt rät man den Unternehmen zu Geheimhaltungsvereinbarungen mit den Angestellten und Zugangsbeschränkungen. Als schützenswert gelte dabei alles, was der Firma einen Wettbewerbsvorteil bringt. In der Pharmaindustrie beispielsweise neue Wirkstoffe und Medikamente. Ein Unternehmen, das in China produzieren ließ und bemerkte, dass seine Produkte als Plagiat auf dem Markt kamen, lässt seither nur noch Massenware im Land des Lächelns herstellen. Die Mitarbeiter reisen grundsätzlich ohne Handy oder Notebook an und haben nur noch Papierunterlagen im Gepäck.

Spione aus dem Land der Mitte

Samstag, 16. August 2008

China genießt bei Schweizer Unternehmen keinen sonderlich guten Ruf. Das Land der Mitte, aktuell dank der Olympischen Spiele im Blickpunkt der Welt, versucht mit allen Mitteln an geheime Daten und Informationen zu gelangen. Der Vorwurf der Spionage wird mittlerweile nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand laut, sondern ganz offen in einer Broschüre thematisiert. Sie richtet sich ausschließlich an Firmen und wird angesichts der Brisanz sehr vertraulich behandelt. Herausgegeben wurde sie vom Dienst für Analyse und Prävention, dem Schweizer Nachrichtendienst.

Dabei hüten sich die Eidgenossen, Ross und Reiter der Spionageaktivitäten beim Namen zu nennen. Klar und jedem bewusst ist, dass China in der Liste der Verdächtigen einen Spitzenplatz einnimmt. Offiziell ließ das Bundesamt für Polizei in seinem Bericht zur inneren Sicherheit nur verlautbaren, dass Aktivitäten der Nachrichtendienste eines asiatischen Landes zunehmen. Dabei agierten die Dienste zunehmend „unter dem Schutz diplomatischer Immunität“. Das geht soweit, dass Diplomaten sich erst mit Unternehmern anfreunden und sie dann zu Joint Ventures drängen. Das Ziel, das sie damit verfolgen: Sie wollen sich das Know-how der Firmen aneignen. Ähnliche Szenarien spielten sich auch in Deutschland ab. Der Verfassungsschutz schreibt dazu: „China nutzt zur Informationsbeschaffung seine diplomatischen Vertretungen.“

Dass die chinesischen Wirtschaftsspione auch weit weniger subtil vorgehen, beweist folgender Fall: Per Telefon meldet sich ein vermeintlich wichtiger Kunde und bittet mit Nachdruck um ein dringendes Dokument. Um den Kunden nicht zu verärgern, werden die Informationen gefaxt. Dass sie in falsche Hände gelangten, merken die Unternehmen recht schnell, nur leider zu spät. An „Personal“ mangelt es den Nachrichtendiensten aus China nicht. Ein Dissident zeichnete vor knapp zwei Jahren ein recht umfangreiches Bild von den Aktivitäten. Jeder, der ins Ausland dürfe, stehe in der Schuld der Partei und revanchiere sich als Spitzel, ob nun Student oder Geschäftsmann. Werden die Spione nicht vor Ort aktiv, sitzen sie am PC und betätigen sich als Hacker, um so an Informationen zu gelangen.

Hewlett-Packard beauftragte Detektive und ließ Journalisten ausspionieren

Montag, 02. Juni 2008

Weil sie zu genau über die Unternehmensstrategie von Hewlett-Packard (HP) informiert waren, setzte der Konzern zwei Detektive auf Journalisten des US-Branchendienstes CNet an. Für die Ermittler endete ihr Auftrag vor Gericht. Sie hatten versucht, herauszufinden, von wem die drei Autoren im Jahr 2006 über die Interna in Kenntnis gesetzt wurden, fielen bei ihrer Arbeit allerdings auf. Sonderlich teuer kommt die Detektive ihre Spionagetätigkeit nicht. 3.000 US-Dollar mussten Joseph und Matthew DePante zahlen – ohne Schuldeingeständnis. Das Vorgehen von HP erinnert ein wenig an die Spionage-Aktivitäten der Telekom, die aktuell diskutiert werden und auch auf politischer Ebene für Wirbel sorgen.

Die drei Journalisten von CNet hatten als Quelle zu ihren Beiträgen über Hewlett-Packard jeweils hochrangige Mitarbeiter angegeben, verständlicherweise ohne Ross und Reiter zu nennen. Wer genau sich nicht an das „Schweigegelübde“ hielt, sollten die Privatdetektive ermitteln. Dazu besorgten sich die beiden unter Angabe falscher Namen die Telefonverbindungen von Dawn Kawamoto, Stephen Shankland und Tom Krazit. Auch die Verbindungsdaten der Angehörigen wurden ausspioniert, um zu sehen, wer von HP mit den Dreien in Kontakt stand.

Vor Gericht konnten sich die Detektive schließlich mit der US-Handelsaufsichtsbehörde, der Federal Trade Commission (FTC) einigen. In dem Urteil heißt es, dass der Rechtsstreit zwischen den beiden Angeklagten und der FTC dadurch beigelegt sei. Ihre Schuld mussten die beiden Ermittler nicht einmal eingestehen, sich aber dazu verpflichten, sich zukünftig an die Gesetze insbesondere zum Schutz der Privatsphäre zu halten. Für die Privatdetektive ist das ein sehr gutes Ergebnis – auch, weil sie nach eigenen Angaben nicht mehr hätten zahlen können. Dass der Kommentar von CNet entsprechend zynisch ausfiel, verwundert nicht. Nun muss sich noch HP vor Gericht verantworten. Mit dem Hinweis, man habe nicht mehr als 3.000 Dollar, dürfte der Konzern nicht weit kommen.

Aufnahmegerät zur Überwachung des Partners

Freitag, 23. Mai 2008

Detektiv Zubehör scheint immer mehr auch für Privatpersonen von Interesse zu sein. Ein Trend, den der Handel gerne aufnimmt und mit seinen Produkten unter anderem Lösungen bei Eheproblemen verspricht. Angeboten werden ganze Sets bestehend aus Minikameras und Monitorempfängern, mit denen eifersüchtige Ehefrauen und -männer ihren Gatten bzw. die Gattin überwachen können. Besonders hilfreich soll ein Aufnahmegerät sein, das die Größe eines Feuerzeuges hat und ein wenig an einen ganz normalen MP3-Player erinnert. Nur, dass dieses Gerät weit über 200 Euro kostet und dafür auch erheblich mehr können soll.

Als Vorteil erweist sich die geringe Größe. Dadurch fällt das Diktiergerät weniger auf und kann geschickt in allen Räumen platziert oder ins Auto gelegt werden. Die Aufnahme startet sprachgesteuert. Damit verpasst man nicht ein Wort. Selbst Gespräche, die in zehn Metern Entfernung geführt werden, nimmt das Gerät ohne größere Qualitätsverluste auf. Die Speicherkapazität erlaubt einen Einsatz von bis zu 282 Stunden. Grenzen setzt allerdings die Batterie, wenn das Aufnahmegerät nicht über eine externe Stromversorgung betrieben wird. Sollte jemand fragen, um was für eine technische Spielerei es sich handelt, kann der private Ermittler schlicht behaupten, es sei ein Radio oder ein MP3-Player. Denn diese Funktionen beherrscht das Gerät ebenfalls.

Wie genau der Apparat funktioniert und welche Möglichkeiten er bietet, erklärt die zum Lieferumfang gehörende Bedienungsanleitung. Sie wird für Laien auch dringend nötig sein. Uhrzeit und Datum einzustellen, die mit jeder Nachricht gespeichert werden, dürfte das kleinste Übel sein. Wie aber der Adapter für Telefonmitschnitte angebracht wird und was dabei zu beachten ist, übersteigt oftmals das technische Verständnis der Kunden. Ob ein professioneller Detektiv auf ein solches Aufnahmegerät zurückgreifen würde, um damit eine Observation durchzuführen, ist eher fraglich. Da gibt es bessere Möglichkeiten.

Auch ein Babyphon geht als Abhörtechnik durch

Montag, 28. April 2008

Ein einfaches Babyphon wie es für wenige Euro im Handel zu kaufen und in fast allen Haushalten mit Nachwuchs zu finden ist reicht schon aus, um sich Informationen zu beschaffen, die eigentlich geheim oder vertraulich bleiben sollten. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Vorstandsvorsitzende von Porsche, Wendelin Wiedeking. Der Top-Manager wurde in einem Hotel über ein solches Babyphon abgehört. Nicht gerade die Krönung der Technologie, aber wirksam wie man sieht. Immerhin hat der Sicherheitsdienst es entdeckt.

Beim Betriebsratschef Alfons Hück wurde modernere Abhörtechnik verwendet. In seinem Büro war im Festnetztelefon eine Wanze eingebaut. In beiden Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Einen konkreten Verdacht gibt es noch nicht, wohl die Erkenntnis, dass nicht gerade Profis am Werk waren. Bereits vor zwei Jahren fand eine Detektei im Appartement des VW-Markenvorstands, Wolfang Bernhard, eine Wanze. Er hatte sich gewundert, dass Manager-Kollegen über Gesprächsinhalte informiert waren, die sie eigentlich gar nicht kennen dürften.

An diesen drei Beispielen zeigt sich sehr deutlich, dass gerade in der Industrie besondere Vorsicht angebracht ist, damit Firmeninterna nicht in falsche Hände geraten. Nun würde ein Babyphon im Büro des Vorstands vermutlich sofort auffallen – im Hotel könnte es zur Ausstattung gehören und wird deshalb gerne unterschätzt. Moderne Wanzen hingegen lassen sich so anbringen, dass sie nicht gesehen werden, im Telefon, im Bücherregal, in Lampen oder schlicht am Schreibtisch. Die Reichweite der Abhörtechnik beträgt mehrere hundert Meter, abhängig unter anderem von den räumlichen Gegebenheiten. Um sicher zu gehen, dass man nicht belauscht wird, kann ein Privatdetektiv mit Spezialgeräten auf die Suche nach den kleinen Spitzeln gehen. Damit spart man sich böse Überraschungen, wenn etwa die Konkurrenz ein paar Tage eher mit einem neuen Produkt auf den Markt kommt, an dem man selbst jahrelang geforscht hat.