Archiv für die Kategorie ‘Technik’

Langfinger werden immer älter

Montag, 14. Juni 2010

Die Augsburger Ladendetektive und damit auch die Polizei haben immer öfter mit Senioren zu tun, die sich am Zehn-Finger-Rabatt versuchen und dabei scheitern. 280 Langfinger, die im vergangenen Jahr gefasst wurden, waren 60 Jahre und älter. Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 80 Rentnerinnen und Rentner mehr, die mit dem Gesetz in Konflikt kamen. Bei den 14- bis 18-Jährigen ist die Zahl hingegen leicht rückläufig und liegt jetzt bei 342 (449). Insgesamt weist die Statistik in Augsburg 1.700 Ladendiebstähle auf. Dass es tatsächlich weit mehr sind, daran zweifeln weder Ordnungshüter noch Privatermittler.

Wenn sie jemanden erwischen, sind Anzeige und teilweise auch „Fangprämien“ obligatorisch. Nur bei wenigen Ausnahmen lassen die Detektive Gnade vor Recht ergehen. So bei einer 97-Jährigen, die in einem Supermarkt ein paar Süßigkeiten einsteckte. Ansonsten liegt die Toleranzgrenze bei null. Immerhin zwei Prozent der Waren verschwinden Jahr für Jahr aus den Geschäften, schätzt der Verband der Einzelhändler in Bayern. Neben Amateuren, die nur hin und wieder lange Finger machen, sorgen vor allem organisierten Diebesbanden für Unmut bei den Kaufleuten. Sie räumen gleich ganze Regale leer. Was sie aus dem Laden tragen, sei ihnen weitgehend egal, so die Erfahrung der Polizei.

Im Kampf gegen die Ladendiebe, ob alt, jung oder organisiert, setzen die Händler auf Detektive und modernste Sicherheitstechnik wie die Videoüberwachung. Zudem wird das Personal regelmäßig geschult und erhalten einige Waren inzwischen sogar einen Transponder. Damit lassen sich die gestohlenen Artikel auch außerhalb des Geschäftes orten. Aufgrund der hohen Kosten, rentiert sich diese Technik allerdings nur für das hochpreisige Sortiment. Als effektiv, aber datenschutzrechtlich zweifelhaft erwies sich der „elektronische Pranger“, den ein Geschäft eingeführt hatte und wieder aufgeben musste: Die Fotos der Diebe waren für jeden Kunden sichtbar.

Videoüberwachung wird Diebin zum Verhängnis

Montag, 03. Mai 2010

Einen Fotoapparat zu stehlen und dabei von einer Videokamera aufgezeichnet zu werden, könnte man fast schon Schicksal nennen. Jedenfalls hat die moderne Überwachungstechnik in einem Elektronikmarkt hieb- und stichfeste Beweise dafür geliefert, dass sich eine 36-jährige Lehrerin mit wenig Erfolg als Langfinger versuchte. Mehr als das Videomaterial und die Aussage einer Verkäuferin benötigte das Amtsgericht in Ludwigsburg nicht, um die Frau zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro zu verurteilen.

Alle Versuche, das Gericht von ihrer Unschuld zu überzeugen, halfen nichts. Die Bilder sagten in dem Fall mehr als tausend Worte und sind ein Grund dafür, dass die meisten Geschäfte inzwischen auf eine Videoüberwachung setzen. Denn statt Wort gegen Wort steht in dem Fall Wort gegen unbestechliche Kamera. Hätte die Frau gewusst, dass sie bei ihrer Tat beobachtet wird, hätte sie es sich gut überlegt, die Digitalkamera für 1.000 Euro an der Kasse vorbei zu schmuggeln. Dass sie sich das Gerät vorher ganz genau von einer Verkäuferin hat erklären lassen, war ein weiterer Fehler. Damit stand für die Richter fest, dass die 36-jährige die Tat vorsätzlich und absichtlich begangen hat.

Versteckt hatte sie die mit 850 Gramm recht voluminöse Kamera unter einigen anderen Waren. Als Grund, den Apparat nicht bezahlt zu haben, führte sie Stress an, weil das Kind gequengelt habe. Zudem habe der Betriebsleiter Annäherungsversuche unternommen, die auch der Detektiv bemerkt haben müsse. Und überhaupt, wäre sie nicht so dumm, ihren Job als Lehrerin mit einer Straftat zu gefährden. Ihr Problem: Die Videoüberwachung zeigte, wie sie die Kamera nahm, versteckte und ohne zu bezahlen hinausging, bis der Ladendetektiv sie aufforderte, zur Kasse zu gehen.

Verbrecherjagd ganz modern – Software vergleicht Schuhabdrücke

Montag, 22. Februar 2010

SchuVT – hört sich komisch an, kann aber viel. Die Abkürzung steht für einen automatischen Schuhsohlenvergleich, der Tatortermittlern eine Menge Arbeit abnimmt. Mussten die Feinheiten einer Sohle bislang mit Lupe und bloßem Auge seziert und dann mit vorhandenen Mustern abgeglichen werden, sorgt die spezielle Software jetzt dafür, dass binnen weniger Sekunden gleich mehrere Schritte auf einmal erledigt werden. Das System wurde in Tirol entwickelt und ist jetzt in allen österreichischen Bundesländern im Einsatz.

Die geistigen Väter des SchuVT sind ein Kriminaltechniker, der seine Erfahrungen aus der Praxis hat einfließen lassen, und eine Softwarefirma, die alle Informationen digital umgesetzt hat. Damit Schuhsohlen verglichen werden können, ist nur ein Foto oder eine Folie nötig, wie sie an Tatorten zum Einsatz kommt, um Spuren zu sichern. Die Abdrücke werden eingescannt und so in die digitale Datenverarbeitung der Polizei übermittelt. SchuVT klassifiziert den jeweiligen Schuhabdruck nach 15 Gruppen, die in sich nochmals in bis zu acht Untergruppen gegliedert sind. Um die Datei später zuordnen zu können, werden sämtliche Details der Tat mit dem Abdruck gespeichert.

Wenn das System einen Treffer landet, wird die Übereinstimmung direkt gemeldet und kann im Anschluss von einem Experten verifiziert werden. Sinn macht das System: In den Archiven der österreichischen Polizei lagern hunderte Schuhabdrücke auf Papier. Sich sämtliche Einzelheiten zu merken, ist selbst für Spezialisten unmöglich. Diese Aufgabe hat jetzt SchuVT übernommen und leistet gute Arbeit – wesentlich besser als das Vorgängerprogramm.

Bislang konnten 47 Straftaten einer Gruppe zugeordnet und eine Person verurteilt werden. Glück hatte ein anderer Tatverdächtiger. Sein Schuhabdruck ähnelte einem Profil, das die Beamten an einem Tatort gefunden hatten. SchuVT entlastete den Mann, indem es kleine Unterschiede der Abdrücke auflistete.

Krypto-Handy für die Bundeskanzlerin

Montag, 23. November 2009

Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört zu den Menschen, die ohne Mobiltelefon aufgeschmissen wären. Termine koordinieren, Rücksprache halten oder allzu vorlaute Parteifreunde zur Raison bringen – fast alles wird angesichts des dicken Kalenders mobil erledigt. Damit die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommt, erhalten die Bundeskanzlerin, ihre Kollegen vom Bundestag und hochrangige Beamte jetzt Krypto-Handys mit einem speziellen Prozessor, der sämtliche Sprach- und Textnachrichten inklusive E-Mails noch besser verschlüsselt. Kosten je Chip: 2.618 Euro plus Handy – einem Nokia E63.

Die Ausgaben in Höhe von mehreren Millionen Euro beweisen, dass Spionageabwehr längst nicht nur in der Wirtschaft thematisiert wird, sondern auch auf dem politischen Parkett oberste Priorität genießt. Schließlich soll nicht jeder mithören oder -lesen können, welche Pläne bei der Bundeswehr oder auf wirtschaftlicher Ebene verfolgt werden. Nachrichtendienste und andere Lauscher, die technisch in der Lage wären, normale Handygespräche abzufangen, dürften es dank der neuen Verschlüsselungschips jetzt erheblich schwerer haben, Einblicke in die Arbeit und geheimen Absprachen der Minister und Abgeordneten zu erhalten. Angela Merkel wird es freuen. Sie gilt laut einer inoffiziellen Liste als Handy-Meisterin und ruft in der Mittagspause auch schon mal beim französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an.

Telefonate mit dem US-Präsidenten Barack Obama, einem großen Fan der Blackberry-Technik, werden allerdings auch mit der neuen Krypto-Technik nicht einfacher. Spontane Grüße oder ein Plausch nach Feierabend sind nicht drin. Jedes Gespräch muss vorher vereinbart und damit quasi angemeldet werden. Das liegt nicht etwa daran, dass die US-Amerikaner in punkto Spionageabwehr noch hartnäckiger sind, sondern schlichtweg an der Tatsache, dass jedes gesprochene Wort des Präsidenten aufgezeichnet wird – ohne Ausnahme.

High-Tech für Hobby-Detektive

Montag, 28. September 2009

Der technische Fortschritt scheint unaufhaltsam: Mixer, die kochen können, Mikrowellen, die als Grill umfunktioniert werden, und Handys, die das Büro ersetzen. Während die meisten dieser Entwicklungen auf den täglichen Bedarf abgestimmt sind, gibt es da noch eine Reihe von Gadgets, deren Nutzen eher zweifelhaft ist – jedenfalls für Otto-Normal-Verbraucher. Sie haben ihren Ursprung in Agentenfilmen und können mittlerweile problemlos über das Internet bestellt werden: Von der Kamera im Streichholzschachtel-Format bis hin zum Wanzen-Detektor bietet der Detektivbedarf für Hobbyermittler alles feil.

Waren das noch Zeiten, als im Spielwarenhandel Detektiv-Koffer das Nonplusultra für junge Fans der „Drei Fragezeichen“ oder von „Kalle Blomquist“ waren. Lupe, Notizbuch, Fingerabdruckpulver und ein Set, mit dem sich Fahndungsbilder zusammenstellen lassen, gehörten zur Ausstattung und waren bestens zum Spielen geeignet. Heute muss es High-Tech sein. Der Onlinehandel hat sich bereits darauf eingestellt. Was sonst von 007 und Kollegen genutzt und in geheimen Labors entwickelt wurde, lässt sich bei diversen Versandhändlern per Mausklick in den Warenkorb legen. Günstig ist das Vergnügen allerdings nicht. Für ein Spionagehandy müssen rund 1.000 Euro investiert werden. Dabei kann es nicht viel mehr als ein gängiges Mobiltelefon.

Die Liste der Geräte, von denen einige durchaus für den professionellen Einsatz von Detektiven geeignet sind, reicht vom Fotoapparat in der Armbanduhr und Detektoren, die versteckte Videokameras und Wanzen aufspüren, über Brillenkameras, Richtmikrofone und Dietrich-Sets bis hin zu Mini-Spionage- und Feuerzeugkameras. Doch auch Fingerabdruck-Scanner und -Schlösser sowie GPS-Peilsender gehören zum gut sortierten Katalog der Branche. Bleibt die Frage: Wer braucht das alles? Dass Detekteien zunehmend auf moderne Technik angewiesen sind, versteht sich. Im privaten Bereich hingegen dürfte die Kamera in der Krawatte wohl eher eine Spielerei sein, die den kleinen Jungen im Mann weckt.

Manager unterschätzen Spionagegefahr

Montag, 14. September 2009

Industriespionage ist weltweit auf dem Vormarsch. In der Bundesrepublik scheint dieser Tatbestand Manager aber kaum zu stören. 75 Prozent der Unternehmen verfügen über keinerlei Abwehrmechanismen, um mögliche Spionagefälle aufzudecken oder aktiv vorzubeugen. Wenn überhaupt, setzen viele Firmen nur auf ihren Werksschutz. Dass es damit nicht getan ist, wird spätestens dann deutlich, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Leider passiert das öfter, als der Wirtschaft lieb sein kann. Auf 20 Milliarden Euro belaufen sich die Schäden durch Spionage alleine in Deutschland, so Dr. August Hanning, ehemals Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Eine deutlich höhere Zahl nennt die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW). Sie kommt auf 30 Milliarden Euro. So oder so: Es besteht Handlungsbedarf. Das müssen auch die Manager erkennen. Sie machen es Wirtschaftsspionen sehr leicht, an geheime Informationen zu kommen, monieren Experten. „Reaktiv statt präventiv“, bringt Maxim Worcester von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG es auf den Punkt. Betroffen seien vor allem Unternehmen mit internationaler Ausrichtung und Firmen, deren eigenes Know-how das größte Kapital ist. Die Gefahr, dass diese Daten „abfließen“ und von der Konkurrenz genutzt werden, wächst stetig.

Als heikel werten die Sicherheitsexperten vor allem USB-Speichergeräte, vom einfachen Stick bis hin zur Armbanduhr mit mehreren Gigabyte Speicherkapazität. Bei Kontrollen werden sie in der Regel nicht entdeckt oder genauer überprüft. In solchen Fälle kommt die Gefahr von „innen“, sprich: Es sind die eigenen Mitarbeiter, die aus Unzufriedenheit oder dank guter Angebote der Konkurrenz zu Spionen werden. Hinzu kommt modernste Technik, mit der Gespräche abgehört und Daten ausgelesen werden. Hilfe gegen diese Angriffe von innen und außen bieten eine gezielte Lauschabwehr durch Profis von einer Detektei und ein auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmtes Sicherheitskonzept.

Quantenphysik sorgt für abhörsichere Netzwerke

Freitag, 10. Oktober 2008

Quantenkryptographie lautet das Zauberwort für abhörsichere Kommunikation. Dieser Technik, die aktuell nur experimentell angewendet wird, gehört die Zukunft. Sie dürfte vor allem für Unternehmen von Interesse sein, bei denen es nicht um Rezepturen für leckere Brötchen, sondern um millionenschwere Entwicklungen beispielsweise im pharmazeutischen Bereich geht. Klassische Verschlüsselungstechniken bieten zwar Schutz, lassen sich mit Hilfe von leistungsstarken Computern jedoch knacken. Der Quantenphysik ist es zu verdanken, dass damit jetzt Schluss ist. Netzwerke werden durch sie absolut sicher.

Das liegt am Grundprinzip der Quantenphysik, wonach Objekte nur beobachtet werden können, indem man sie verändert – die so genannte Heisenbergesche Unschärferelation. Das neue Verfahren baut auf Photonen als Datenschlüssel, die sich aus einer zufälligen Abfolge von Einsen und Nullen ergeben. Jeder, der versucht, sich von außen in ein Netzwerk einzuschleusen, in dem alle Teilnehmer den gleichen Schlüsselcode haben, würde die Photonen beeinflussen und somit verändern. Das Ergebnis wäre ein falscher Schlüssel, mit dem der Spion nichts anfangen könnte. Gleichzeitig würde der Abhörversuch dadurch auffallen, dass die Signale sich ändern.

Bisher war es nur möglich, diese Technik zwischen zwei Teilnehmern zu nutzen. In Wien wurde jetzt erstmals ein Netzwerk von sechs Nutzern aufgebaut, die sich einem Umkreis von sechs bis 85 Kilometern befanden. Damit erbrachten die Forscher den Nachweis, dass auch eine Vernetzung möglich ist. Allerdings ist die Quantenkryptographie, die für alle elektronischen Informationen genutzt werden kann, mit 100.000 Euro noch relativ teuer. Ein weiterer Nachteil, an dem aber mit Hochdruck gearbeitet wird, ist die Geschwindigkeit. Die Übertragung ist relativ langsam und zurzeit über eine Strecke von maximal 100 Kilometern möglich. Eine Lösung soll in drei bis vier Jahren präsentiert werden, dann zu einem Preis von 10.000 Euro.

VoIP kann Spionen Tür und Tor öffnen

Freitag, 27. Juni 2008

Betrüger haben das Internet schon lange für sich entdeckt und nutzen jede noch so kleine Lücke. Ein Bereich, dem man dabei bislang eher wenig Beachtung schenkte, ist Voice over IP (VoIP), die Internettelefonie. Sie hat in vielen Haushalten und auch bei Firmen lüngst Einzug gehalten, birgt aber erhebliche Schwachstellen. Das Frauenhofer-Institut für IT-Sicherheit in Bonn hat sich des Themas angenommen und warnt insbesondere Unternehmen vor den Gefahren, wenn zu sorglos mit der neuen Technik umgegangen werde.

Gesprüche künnten abgehürt, gestürt oder günzlich verhindert und Adressbuch-Daten ausspioniert werden. Das seien deutlich mehr Angriffspunkte als sie bei der klassischen Telefonie bestünden. Mit VoIP hole man sich die Gefahren beider Parts, des Telefons und des Internets, ins Haus, sagen IT-Experten, darunter ein üsterreichische Detektiv. Ein einfacher Router für unter 100 Euro sei für den Privatanwender in Ordnung. Bei Unternehmen biete derlei Technik nicht einmal die Sicherheit des CB-Funks und komme ein Gesprüch einer unverschlüsselten E-Mail gleich. Wer sich mit den Gerüten auskenne, künne bei einem VoIP-Telefon problemlos auch eine Wanze anbringen oder über das Netzwerk die Daten abfangen.

Hütten sich Hacker erst einmal Zugriff verschafft, über den Server, die Gateways oder einzelne Rechner, die über ein Telefon mit dem Internet verbunden sind, künnten sie einzelne Bereiche komplett umkonfigurieren und erheblichen Schaden anrichten, angefangen bei Trojanern bis hin zur überwachung ganzer Rüume über das Telefon. Komplettausfülle des Systems, Spam over Internet Telefony (SPIT) als üquivalent zu den Spam-Mails oder falsche Authentifizierungen sind weitere Szenarien, die das Frauenhofer-Institut nennt. Sicherheit würden nur entsprechende Verschlüsselungsprogramme bieten, für die es bislang aber noch keinen gescheiten Standard gebe.

Aufnahmegerät zur Überwachung des Partners

Freitag, 23. Mai 2008

Detektiv Zubehör scheint immer mehr auch für Privatpersonen von Interesse zu sein. Ein Trend, den der Handel gerne aufnimmt und mit seinen Produkten unter anderem Lösungen bei Eheproblemen verspricht. Angeboten werden ganze Sets bestehend aus Minikameras und Monitorempfängern, mit denen eifersüchtige Ehefrauen und -männer ihren Gatten bzw. die Gattin überwachen können. Besonders hilfreich soll ein Aufnahmegerät sein, das die Größe eines Feuerzeuges hat und ein wenig an einen ganz normalen MP3-Player erinnert. Nur, dass dieses Gerät weit über 200 Euro kostet und dafür auch erheblich mehr können soll.

Als Vorteil erweist sich die geringe Größe. Dadurch fällt das Diktiergerät weniger auf und kann geschickt in allen Räumen platziert oder ins Auto gelegt werden. Die Aufnahme startet sprachgesteuert. Damit verpasst man nicht ein Wort. Selbst Gespräche, die in zehn Metern Entfernung geführt werden, nimmt das Gerät ohne größere Qualitätsverluste auf. Die Speicherkapazität erlaubt einen Einsatz von bis zu 282 Stunden. Grenzen setzt allerdings die Batterie, wenn das Aufnahmegerät nicht über eine externe Stromversorgung betrieben wird. Sollte jemand fragen, um was für eine technische Spielerei es sich handelt, kann der private Ermittler schlicht behaupten, es sei ein Radio oder ein MP3-Player. Denn diese Funktionen beherrscht das Gerät ebenfalls.

Wie genau der Apparat funktioniert und welche Möglichkeiten er bietet, erklärt die zum Lieferumfang gehörende Bedienungsanleitung. Sie wird für Laien auch dringend nötig sein. Uhrzeit und Datum einzustellen, die mit jeder Nachricht gespeichert werden, dürfte das kleinste Übel sein. Wie aber der Adapter für Telefonmitschnitte angebracht wird und was dabei zu beachten ist, übersteigt oftmals das technische Verständnis der Kunden. Ob ein professioneller Detektiv auf ein solches Aufnahmegerät zurückgreifen würde, um damit eine Observation durchzuführen, ist eher fraglich. Da gibt es bessere Möglichkeiten.

Der Elektro-Pick macht dem Dietrich Konkurrenz

Samstag, 10. Mai 2008

Mit dem richtigen Werkzeug dauert es nur wenige Sekunden, bis eine Tür geöffnet ist. Wenn TV-Privatdetektive ermitteln, haben sie immer einen Dietrich dabei. Dann vergehen nur wenige Sekunden, wird ein wenig gepfriemelt und das Schloss ist geknackt. Das sieht sehr einfach aus – wird es mit ein wenig Übung und Fingerspitzengefühl sicher auch sein – ist allerdings höchst illegal und erfüllt den Tatbestand des Hausfriedensbruchs. Eine Ausnahme besteht, wenn der Kunde den Detektiv bittet, die eigene Tür zu öffnen – vielleicht weil man den Schlüssel verloren oder vergessen hat.

Utensilien, die bei solchen Aufgaben helfen, gibt es im Fachhandel zuhauf – wohlgemerkt nur für den Hausgebrauch oder man arbeitet bei einem Schlüsseldienst. Der Klassiker schlechthin ist das Dietrich-Set, das auch als Profi-Pickset bezeichnet wird. Der Umgang mit den Picks und Spannern, die insbesondere bei engen Zylinderschlössern zum Einsatz kommen, verlangt allerdings Geschick. Zudem muss man genau wissen, welcher Dietrich für welches Schloss in Frage kommt. Hergestellt werden die Werkzeuge aus Federstahl, damit sie auch stabil genug sind und nicht gleich beim ersten Einsatz verbiegen oder zerbersten.

Wesentlich einfacher und auch schneller geht es mit dem Elektro-Pick, der ebenfalls keine Beschädigungen verursacht. In der Werbung für die nicht ganz billigen Werkzeuge – sie kosten rund 300 Euro – heißt es, sie öffnen fast alle Schlösser, vom einfachen Vorhängeschloss bis zum Scheibenzuhaltungs- oder Stiftzylinder. Perkussionsprinzip nennt sich das Verfahren, mit dem der Elektro-Pick arbeitet. Es sorgt für eine extrem hohe Schlagfrequenz. Geliefert werden die Geräte mit verschiedenen Aufsätzen, die an einen normalen Dietrich erinnern. Teilweise wird auch gleich eine Anleitungs-DVD mitgeschickt.