Archiv für die Kategorie ‘Wissen’

Schummeleien von Bewerbern können Unternehmen teuer zu stehen kommen

Montag, 19. April 2010

Wird ein falscher Arzt entlarvt und der Gerichtsbarkeit zugeführt, stellt sich vielen die Frage: Wie kann das passieren? Warum hat vorher keiner gemerkt, dass der Mann oder die Frau nie die Erlaubnis hatte, Menschen zu behandeln oder gar zu operieren? Die Antwort darauf ist so simpel wie ernüchternd: Es hat sich niemand die Mühe gemacht, den Lebenslauf und die Referenzen zu hinterfragen.

Meist fällt der Betrug erst auf, wenn es zu spät ist. Das gilt nicht nur im medizinischen Bereich und bei hochdotierten Posten. Inzwischen ist jeder Job so umkämpft, dass die Bewerberinnen und Bewerber zu nicht ganz astreinen Mitteln greifen, um sich in einem besseren Licht darzustellen.

Da den Personalabteilungen die Zeit fehlt, Punkt für Punkt und Zeugnis für Zeugnis auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, beauftragen viele Unternehmen Detektive. Ermittler, die schon seit Jahren im Geschäft sind, kennen die Tricks. Abgesehen vielleicht vom Foto – schließlich würde eine Retusche beim Vorstellungsgespräch auffallen – gibt es kaum einen Teil der Bewerbung, bei dem nicht geschummelt wird. Geht es nur darum, eine Lücke im Lebenslauf zu schließen, ist das vergleichsweise harmlos. Werden aber Belege beigefügt, die nicht vorhandene Qualifikationen vorgaukeln, kann das für ein Unternehmen ernste Folgen haben.

Angefangen beim Image-Schaden, wenn der Betrug auffliegt und in der Branche die Runde macht, bis hin zu möglichen Schadensersatzforderungen, weil die angebliche Fachkraft von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Zumindest Kandidat(inn)en, die in die engere Wahl für einen verantwortungsvollen Posten kommen, sollten daher vorab überprüft werden. Denn fehlendes Fachwissen wird in Vorstellungsgesprächen mit umso mehr Selbstbewusstsein überspielt. Die Detekteien nehmen sich in dem Fall die Zeugnisse vor, fragen bei vorherigen Arbeitgebern, der Schule oder der Universität nach. Damit geht man auf Nummer sicher und kann die Position punktgenau besetzen.

Quantenphysik sorgt für abhörsichere Netzwerke

Freitag, 10. Oktober 2008

Quantenkryptographie lautet das Zauberwort für abhörsichere Kommunikation. Dieser Technik, die aktuell nur experimentell angewendet wird, gehört die Zukunft. Sie dürfte vor allem für Unternehmen von Interesse sein, bei denen es nicht um Rezepturen für leckere Brötchen, sondern um millionenschwere Entwicklungen beispielsweise im pharmazeutischen Bereich geht. Klassische Verschlüsselungstechniken bieten zwar Schutz, lassen sich mit Hilfe von leistungsstarken Computern jedoch knacken. Der Quantenphysik ist es zu verdanken, dass damit jetzt Schluss ist. Netzwerke werden durch sie absolut sicher.

Das liegt am Grundprinzip der Quantenphysik, wonach Objekte nur beobachtet werden können, indem man sie verändert – die so genannte Heisenbergesche Unschärferelation. Das neue Verfahren baut auf Photonen als Datenschlüssel, die sich aus einer zufälligen Abfolge von Einsen und Nullen ergeben. Jeder, der versucht, sich von außen in ein Netzwerk einzuschleusen, in dem alle Teilnehmer den gleichen Schlüsselcode haben, würde die Photonen beeinflussen und somit verändern. Das Ergebnis wäre ein falscher Schlüssel, mit dem der Spion nichts anfangen könnte. Gleichzeitig würde der Abhörversuch dadurch auffallen, dass die Signale sich ändern.

Bisher war es nur möglich, diese Technik zwischen zwei Teilnehmern zu nutzen. In Wien wurde jetzt erstmals ein Netzwerk von sechs Nutzern aufgebaut, die sich einem Umkreis von sechs bis 85 Kilometern befanden. Damit erbrachten die Forscher den Nachweis, dass auch eine Vernetzung möglich ist. Allerdings ist die Quantenkryptographie, die für alle elektronischen Informationen genutzt werden kann, mit 100.000 Euro noch relativ teuer. Ein weiterer Nachteil, an dem aber mit Hochdruck gearbeitet wird, ist die Geschwindigkeit. Die Übertragung ist relativ langsam und zurzeit über eine Strecke von maximal 100 Kilometern möglich. Eine Lösung soll in drei bis vier Jahren präsentiert werden, dann zu einem Preis von 10.000 Euro.

Im Oktober beginnt der nächste Kursus für Berufsdetektiv-Assistenten in Österreich

Montag, 22. September 2008

Das Detektivgewerbe boomt – zumindest in Österreich. Arbeitsplätze im Geschäft mit der Sicherheit gelten dank steigender Kriminalitätsrate, der Privatisierung des Sicherheitsgewerbes und dem Rückzug der Behörden aus vielen Bereichen als krisensicher. Arbeitssuchende haben in der Alpenrepublik daher beste Chancen, von den vollen Auftragsbüchern der Detekteien zu profitieren. Dazu müssen sie an der Ausbildung zum Berufsdetektiv-Assistenten teilnehmen und sich die nötigen Grundkenntnisse aneignen. Der nächste Kursus, auf den der Österreichische Detektiv-Verband aktuell hinweist, beginnt am 7. Oktober.

Angeboten wird die professionelle Ausbildung durch den Europäischen Detektiv-Verband. Es handelt sich dabei um einen Grundkursus, der sich aus vier Modulen zusammensetzt, die auf Theorie und Praxis bauen. Die Dozenten sind allesamt Profis in ihrem Bereich, ob nun Kriminologie, Kriminalistik und Forensik, Ermittlungstaktik, Observation, Waffenkunde, Selbstverteidigung, IT-Security, Satellitenortung oder Befragungs- und Gesprächstechnik. Die Teilnehmer erhalten somit einen umfassenden Einblick in das Berufsbild des Detektivs. Der österreichische Verband spricht von einem spannenden und abwechslungsreichen Job, der auch in Milieus führe, mit denen man sonst nicht in Kontakt käme. „Das letzte legale Abenteuer in einer zivilisierten Gesellschaft“, so einer der Absolventen.

Um an der Ausbildung teilnehmen zu dürfen, ist kein bestimmter Schulabschluss nötig, wohl aber ein einwandfreier Leumund und der Führerschein B. Das Rüstzeug, das die Kandidaten mit auf den Weg bekommen, ist zwingend nötig für den Beruf. Denn in Österreich haben Berufsdetektive weitreichende Befugnisse, die vom Personenschutz bis zur Erhebungen bei strafbaren Handlungen reichen. Damit übernehmen sie eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die Fachwissen unabdingbar ist. Wer ausschließlich als Kaufhausdetektiv arbeiten möchte, für den wird ein Spezialkursus angeboten. Er erstreckt sich über drei Monate und fängt am 29. September an.

Der Fingerabdruck verrät den Täter

Montag, 11. Februar 2008

Die Fingerabdrücke eines Menschen sind einmalig und unverwechselbar. Die Technik macht sich die Linien und Windungen beispielsweise zunutze, indem Zugangssysteme auf den Abdruck des Daumens oder Zeigefingers geeicht werden. Bei der Polizei helfen sie, Verbrecher dingfest zu machen. Alleine im vergangenen Jahr hat das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen über 2.100 Treffer landen und damit Sexualverbrechen, Tötungsdelikte und Einbrüche aufklären können. Trotz der DNA-Analyse bleiben Fingerabdrücke bei der Ermittlung up to date. Als Hilfe dient den Beamten der Polizei dabei eine bundesweite Datenbank, in der die Fingerabdrücke von 3,2 Millionen Menschen registriert sind.

Daktyloskopie nennt sich das Verfahren, mit dem eine Person anhand des Fingerabdrucks oder genauer der Papillarlinien identifiziert werden kann. Privatdetektiven ist diese Technik nicht fremd, allerdings kommt sie eher selten zum Einsatz. Da Detekteien keinen Zugriff auf die zentrale Datenbank haben und nur im konkreten Verdachtsfall ermitteln, ist es für sie aufwändiger, entsprechende Vergleiche anzustellen. Grundlage dafür ist zumindest ein Fingerabdruck, der gesichert werden kann, ob nun auf einem Brief, an einer Fensterscheibe oder dem Firmentresor. Hilfsmittel wie Pinsel und Pulver gibt es im Fachhandel. Allerdings hat sich auch in den Kreisen der Industriespione und Verbrecher herumgesprochen, dass es (Gummi-)Handschuhe gibt.

Mit diesem einen oder vielleicht auch mehreren Fingerabdrücken ist es allerdings noch nicht getan. Es fehlen Vergleichsstücke. Dazu sollte der Kreis der Verdächtigen nicht allzu groß sein. Denn einen Fingerabdruck zu sichern, kann sich von Fall zu Fall als schwer erweisen. Fragmente oder verwischte Abdrücke reichen für eine eindeutige Zuordnung nicht aus. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, wenden sich Privatdetektive für den Vergleich häufig an einen Gutachter, der sich in den Feinheiten der Daktyloskopie auskennt, um eine vor Gericht verwertbare Analyse zu erhalten.