22. März 2010
Entführungsfälle gehören zweifelsohne zu den eher seltenen Aufträgen, mit denen es Detekteien zu haben. Das gilt umso mehr, wenn das Opfer nicht in heimischen Gefilden, sondern im Ausland verschwunden ist. Denkbar sind solche Auslandseinsätze. Viele Kunden entscheiden sich aber dafür, einen Privatdetektiv vor Ort mit der Suche zu betrauen. So auch im Fall Uwe Gemballa, der aktuell in den Medien diskutiert wird. Der Geschäftsmann, der sein Geld als Porsche-Tuner verdient, war vor sechs Wochen nach Südafrika gereist. Seit einem mysteriösen Telefonat fehlt jede Spur von ihm.
So wie es aussieht, ist der 52-Jährige aus Leonberg auf einen Betrüger hereingefallen. Er war auf der Suche nach Geldgebern, nachdem das Finanzamt einen Millionenbetrag von ihm zurückfordert hatte. Da kam der Anruf von einem angeblichen Interessenten aus Südafrika zum richtigen Zeitpunkt. Der Mann, dessen Name der Polizei bekannt ist, wollte eine Erbschaft in eine südafrikanische Niederlassung des Tuning-Experten investieren. Wie sich herausstellte, gab es nie eine Erbschaft. Stattdessen rief Uwe Gemballa zu Hause an und bat – für ihn absolut unüblich – in Englisch um eine Million Dollar. Das Geld benötige er, weil er einen Unfall gehabt habe, erzählte er seiner Familie.
Mehr weiß die Ehefrau nicht. Sie wartet seit sechs Wochen auf ein Lebenszeichen und übt jetzt offen Kritik an den Ermittlungsbehörden in Südafrika. Damit keine Schatten auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 fallen, werde die Familie nicht unterstützt. Christiane Gemballa ist fest davon überzeugt, dass ihr Mann in eine Falle gelockt und entführt wurde. Sie hat jetzt einen privaten Ermittler beauftragt, der klären soll, was genau passiert ist und wo ihr Mann festgehalten wird. Interpol hat sich inzwischen ebenfalls in die Ermittlungen eingeschaltet. Für das Tuning-Unternehmen vielleicht zu spät. Die Firma hat bereits einen Insolvenzantrag stellen müssen.
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08. März 2010
An Ideenreichtum, den einen oder anderen Euro extra zu verdienen, mangelt es anscheinend nicht. Zusätzlichen Auftrieb erhält die Phantasie wohl durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Dass einige dabei in Grauzonen abtauchen oder sich gleich auf ein illegales Spielfeld begeben, sorgt allerdings für einen bitteren Beigeschmack. Der wiederum kommt den Detekteien zugute. Sie haben deutlich mehr zu tun – zumindest in Österreich. Die Chefs schauen viel genauer hin. Firmen greifen schneller ein. Denn in Zeiten der Krise will jeder seine Schäfchen im Trockenen und nicht im Stall eines anderen wissen.
Das gilt umso mehr, wenn die Bemühungen, den Betrieb „am Laufen“ zu halten, aus den eigenen Reihen torpediert werden. Da stehlen Hotelangestellte Geschirr, um es in anderen Unterkünften zu verkaufen, und ein Kfz-Meister wird in der Freizeit in der heimischen Garage zur Konkurrenz für den Arbeitgeber. Derlei Fälle kennt Berufsdetektiv Lukas Helmberger zuhauf. Sie füllen seine und die Arbeitsbücher der Kollegen. Wirtschaftskriminalität gehört inzwischen den häufigsten Auftragsgründen. Das liege ganz einfach daran, dass die Firmen auf jeden Cent achten müssten.
Umso ärgerlicher, wenn man dann auf Betrüger hereinfällt, die im Namen einer nicht existenten Gesellschaft Waren und Dienstleistungen erhalten, aber nie bezahlen. Damit haben die Ermittler ebenso zu tun wie mit betrügerischen Insolvenzen und dem Verdacht auf unlauteren Wettbewerb. Zudem steigt die Angst, sich eine Zecke in den Pelz zu setzen – also Mitarbeiter in die Firma zu holen, bei denen mehr Schein als Sein vermutet wird. Bei einem berechtigten Verdacht, und nur dann wie die Detektive betonen, werden die Personen überwacht. Man sei kein Datensammler und distanziere sich auch plumpen Schnüffelaufträgen.
Viele Detekteien in Österreich suchen angesichts der Auftragslage übrigens selbst Nachwuchskräfte. Da es keine staatliche Ausbildungsverordnung für Ermittler gibt, springt der Verband ein. Momentan werden vor allem Frauen für den verdeckten Personenschutz gesucht. Man(n) bzw. Frau sollte sich den Job allerdings nicht so vorstellen wie er im Fernsehen präsentiert wird. Reich werde man bei einem Einstiegsgehalt von rund 1.000 Euro netto auch nicht. Dafür kämen Adrenalinjunkies durchaus auf ihre Kosten.
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22. Februar 2010
SchuVT – hört sich komisch an, kann aber viel. Die Abkürzung steht für einen automatischen Schuhsohlenvergleich, der Tatortermittlern eine Menge Arbeit abnimmt. Mussten die Feinheiten einer Sohle bislang mit Lupe und bloßem Auge seziert und dann mit vorhandenen Mustern abgeglichen werden, sorgt die spezielle Software jetzt dafür, dass binnen weniger Sekunden gleich mehrere Schritte auf einmal erledigt werden. Das System wurde in Tirol entwickelt und ist jetzt in allen österreichischen Bundesländern im Einsatz.
Die geistigen Väter des SchuVT sind ein Kriminaltechniker, der seine Erfahrungen aus der Praxis hat einfließen lassen, und eine Softwarefirma, die alle Informationen digital umgesetzt hat. Damit Schuhsohlen verglichen werden können, ist nur ein Foto oder eine Folie nötig, wie sie an Tatorten zum Einsatz kommt, um Spuren zu sichern. Die Abdrücke werden eingescannt und so in die digitale Datenverarbeitung der Polizei übermittelt. SchuVT klassifiziert den jeweiligen Schuhabdruck nach 15 Gruppen, die in sich nochmals in bis zu acht Untergruppen gegliedert sind. Um die Datei später zuordnen zu können, werden sämtliche Details der Tat mit dem Abdruck gespeichert.
Wenn das System einen Treffer landet, wird die Übereinstimmung direkt gemeldet und kann im Anschluss von einem Experten verifiziert werden. Sinn macht das System: In den Archiven der österreichischen Polizei lagern hunderte Schuhabdrücke auf Papier. Sich sämtliche Einzelheiten zu merken, ist selbst für Spezialisten unmöglich. Diese Aufgabe hat jetzt SchuVT übernommen und leistet gute Arbeit – wesentlich besser als das Vorgängerprogramm.
Bislang konnten 47 Straftaten einer Gruppe zugeordnet und eine Person verurteilt werden. Glück hatte ein anderer Tatverdächtiger. Sein Schuhabdruck ähnelte einem Profil, das die Beamten an einem Tatort gefunden hatten. SchuVT entlastete den Mann, indem es kleine Unterschiede der Abdrücke auflistete.
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08. Februar 2010
Die Umsätze der Detektivbranche sind im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent eingebrochen. Damit hat sich die Wirtschaftskrise auch auf die Auftragslage von Detekteien und Privatermittlern niedergeschlagen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Detektive (BDD) bei seinen Mitgliedern.
Besonders deutlich habe sich der Rückgang im Bereich der Mitarbeiterüberwachung bemerkbar gemacht. Viele Unternehmen seien verunsichert, nachdem illegale Maßnahmen einiger deutscher Großunternehmen publik und aus Sicht des BDD zu Recht von den Medien öffentlich angeprangert wurden. Diese Entwicklung habe sich schon in der ersten Jahreshälfte 2009 abgezeichnet und dafür gesorgt, dass Entscheidungsträger in der Wirtschaft zurückhaltender geworden seien, wenn es um Ermittlungen im Personalbereich gehe.
Der Bundesverband Deutscher Detektive weist daher nochmals darauf hin, „dass Ermittlungen gegen kriminelle Mitarbeiter im Rahmen des geltenden Rechts zulässig und betriebswirtschaftlich mit Blick auf die weit überwiegende Zahl der ehrlichen Mitarbeiter unerlässlich sind“. Mit Aufträgen dieser Art sollten allerdings nur fachlich qualifizierte und seriös arbeitende Privatdetektive betraut werden. Dementsprechend wichtig sei das Qualitätssicherungskonzept, das der BDD im Juni vergangenen Jahres vorgestellt hat.
Abgesehen von den eher negativen Aspekten aus 2009 gibt es auch positive Meldungen. So ist die Erfolgsquote wieder erfreulich hoch. 61 Prozent aller Fälle, die an Detekteien herangetragen wurden, seien vollständig aufgeklärt worden. Eine teilweise Aufklärung erzielten die Ermittler bei 35 Prozent der Aufträge. Lediglich in vier Prozent der Fälle sei ein Erfolg versagt geblieben. „Dieses herausragende Ergebnis kann sich sehen lassen und braucht keinen Vergleich zu scheuen“, so der BDD in seiner Pressmitteilung.
Entsprechend zuversichtlich blickt die Branche in die Zukunft. Die Mehrheit der Detektive – immerhin 64 Prozent – geht davon aus, dass sich der Negativtrend aus 2009 in diesem Jahr nicht fortsetzen wird. Auch die Prognosen zum Umsatz sind wieder optimistischer. Von einem Rückgang gehen die Detektive in 2010 nicht aus. Sie prognostizieren vielmehr einen leichten Umsatzzuwachs.
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25. Januar 2010
Inzwischen sind zweieinhalb Jahre vergangen, seit der Fall Maddie McCann zu einem Medienereignis sondergleichen wurde. Die Entführung bzw. das Verschwinden des Mädchens im Mai 2007 aus einer Ferienanlage an der Algarve ist bis heute nicht geklärt. Vermutungen gibt es viele, heiße Spuren derzeit keine. Trotzdem sorgt der Fall erneut für Wirbel. Einer der Detektive, die sich seinerzeit auf die Suche nach dem Kind machten, hat jetzt ein Buch veröffentlicht und darin seine ganz persönliche Meinung zum Ausdruck gebracht. Sehr zum Missfallen der Eltern von Maddie.
Denn der Ermittler vermutet, dass die damals Vierjährige schon tot war, als sie verschwand. Das würde heißen: Entweder haben Entführer das Kind in der Ferienanlage umgebracht und die Leiche verschwinden lassen. Oder aber die Eltern sind in den Fall verwickelt – was auch die portugiesische Polizei immer wieder mehr oder weniger offen angedeutet hatte. Kate und Gerry McCann wurden jedenfalls mehrmals verhört. Doch auch die Gespräche mit den Behörden, ob nun aus England oder Portugal, brachten die Ermittlungen nicht einen Schritt weiter.
Dass der Privatdetektiv sich nun erlaubt, aus dem Fall Profit zu schöpfen und darüber hinaus noch eine aus Sicht der Eltern unhaltbare These aufstellt, führte schnurstracks vor Gericht. Das Urteil in dem Prozess, der seit knapp zwei Wochen läuft, soll Ende Januar gesprochen werden. Die McCanns verlangen von dem Detektiv aufgrund persönlicher Verleumdung Schadensersatz in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Auch das Buch soll verboten werden.
Gute Erfahrungen mit Detektiven haben die Eltern ohnehin nicht gemacht. Die erste Detektei, die sie beauftragt hatten – eine Firma, deren schlechter Ruf in der Branche ein offenes Geheimnis ist –, versprach eine schnelle Lösung und hatte angeblich die richtige Spur. Die verlief aber ebenso im Sand wie alle anderen Hinweise und Tipps, die man angeblich von Insidern erhalten hatte. Ähnlich erging es auch anderen Ermittlern, die eingeschaltet wurden. Ob der Fall jemals aufgeklärt wird, ist fraglich. Die Möglichkeit besteht nach wie vor, wenngleich die Zeit viele Spuren verwässert hat.
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11. Januar 2010
Er heißt nicht Pater Brown oder – in der modernen Variante – Pfarrer Braun. Und ihm sitzt auch kein Bischof im Nacken, der ihn wegen seines Faibles für Kriminalistik ständig versetzt. Guardian Thomas vom Franziskanerkloster in Maria Enzersdorf (Österreich) gehört zu der Sorte Detektiv, die nur hin und wieder aktiv werden und dabei einen großen Bogen um Kapitalverbrechen wie Mord und Totschlag machen. Aktuell ist der Geistliche auf der Spur von zwei Opferstock-Dieben.
Entdeckt hatte Pater Thomas Lackner das Verbrechen, als er die Bänder der Videoüberwachung kontrollierte. Sie wurde für genau solche Fälle im Gotteshaus installiert. Was er dabei zu sehen bekam, ärgert den Guardian. „Die sind ganz ungeniert in unsere Kirche marschiert und haben sich an unseren Opferstöcken zu schaffen gemacht“, erklärte er in einem Interview. Die Tat weckte erneut den Ermittler im Mann Gottes. Jetzt fahndet er nach dem Pärchen. Pater Thomas geht davon aus, dass es sich um Profis handelt, die nicht zum ersten Mal einen Opferstock geleert haben. Erkannt hat er es daran, wie die beiden mit der Taschenlampe und dem Diebeswerkzeug umgegangen sind.
Sicher dürfen sich die Diebe nicht fühlen. Der Guardian gehört zwar nicht zu den Profis in Sachen Spurensuche, war aber schon einmal erfolgreich und liegt regelmäßig auf der Lauer. Das liegt schlichtweg daran, dass Pietät für viele Verbrecher inzwischen ein Fremdwort ist. Sie machen sich immer öfter auch in Kirchen zu schaffen und sei es nur, um ein paar Euro aus dem Opferstock zu „angeln“. Nicht umsonst verfügt das Franziskanerkloster im Bereich Mödling über die Videoüberwachung. Pater Thomas wird sich die Bilder vermutlich noch sehr oft ansehen und nach Anhaltspunkten Ausschau halten. Vielleicht gelingt es ihm erneut, der Polizei den entscheidenden Tipp zu geben und die Täter dingfest zu machen.
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07. Dezember 2009
Die Freude über volle Kassen in der Vorweihnachtszeit wird in vielen Geschäften durch Ladendiebstähle getrübt. Im Holsteinischen Courier erklärt der Vorsitzende des dortigen Einzelhandelsverbandes, Gerd Grümmer: „So schlimm war es noch nie.“ Er setzt jetzt auf eine Detektei. Anders werde man nicht mehr Herr der Lage.
Seit Mitte November verzeichnen er und seine Kollegen deutlich mehr Diebstähle. Abschrecken ließen sich die Langfinger nicht einmal durch eine Videoüberwachung. Sie seien sogar so dreist und griffen in unbesetzte Kassen, während die Mitarbeiter von Komplizen abgelenkt werden. Zwei Sekunden, länger dauere es nicht, und das Geld sei weg. Dass am helllichten Tag gleich ganze Regale mit Kosmetika leergeräumt werden, wundert Gerd Grümmer schon gar nicht mehr.
Hinter den Diebstählen steckten zwar auch „kleine Fische“, die aus Geldmangel ein paar Geschenke mitgehen lassen. Aktuell seien es aber vermehrt Banden, die sich den Trubel vor Weihnachten zunutze machen und im großen Stil Geld und Waren mitgehen lassen, vermutet der Einzelhändler. Die Artikel würden dann im Internet angeboten oder anderweitig verkauft. In seinen vier Filialen will Grümmer mit Detektiven für mehr Sicherheit sorgen und seine Kollegen auf die erhöhte Gefahr von Diebstählen aufmerksam machen.
Das Problem kennen auch die Betreiber größerer Kaufhäuser. „In der Vorweihnachtszeit arbeiten wir deshalb immer mit höherem Einsatzvolumen“, so Andy Grabowski von Karstadt. Gezielt Präsenz zeigen, lautet seine Devise. Privatdetektive seien in seinem Haus das ganze Jahr über aktiv, um Diebe auf frischer Tat ertappen zu können. Zusätzlich würden die Bereiche, in denen besonders häufig gestohlen werde, vor Weihnachten extra gesichert. Wie, das bleibt verständlicherweise ein Betriebsgeheimnis. In Zahlen lassen sich die Diebstähle nur schwer fassen. Die Polizei kann in ihrer Statistik lediglich die Delikte auflisten, die auch tatsächlich angezeigt werden. Das ist meist nur dann der Fall, wenn der Täter erwischt wird.
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23. November 2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört zu den Menschen, die ohne Mobiltelefon aufgeschmissen wären. Termine koordinieren, Rücksprache halten oder allzu vorlaute Parteifreunde zur Raison bringen – fast alles wird angesichts des dicken Kalenders mobil erledigt. Damit die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommt, erhalten die Bundeskanzlerin, ihre Kollegen vom Bundestag und hochrangige Beamte jetzt Krypto-Handys mit einem speziellen Prozessor, der sämtliche Sprach- und Textnachrichten inklusive E-Mails noch besser verschlüsselt. Kosten je Chip: 2.618 Euro plus Handy – einem Nokia E63.
Die Ausgaben in Höhe von mehreren Millionen Euro beweisen, dass Spionageabwehr längst nicht nur in der Wirtschaft thematisiert wird, sondern auch auf dem politischen Parkett oberste Priorität genießt. Schließlich soll nicht jeder mithören oder -lesen können, welche Pläne bei der Bundeswehr oder auf wirtschaftlicher Ebene verfolgt werden. Nachrichtendienste und andere Lauscher, die technisch in der Lage wären, normale Handygespräche abzufangen, dürften es dank der neuen Verschlüsselungschips jetzt erheblich schwerer haben, Einblicke in die Arbeit und geheimen Absprachen der Minister und Abgeordneten zu erhalten. Angela Merkel wird es freuen. Sie gilt laut einer inoffiziellen Liste als Handy-Meisterin und ruft in der Mittagspause auch schon mal beim französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an.
Telefonate mit dem US-Präsidenten Barack Obama, einem großen Fan der Blackberry-Technik, werden allerdings auch mit der neuen Krypto-Technik nicht einfacher. Spontane Grüße oder ein Plausch nach Feierabend sind nicht drin. Jedes Gespräch muss vorher vereinbart und damit quasi angemeldet werden. Das liegt nicht etwa daran, dass die US-Amerikaner in punkto Spionageabwehr noch hartnäckiger sind, sondern schlichtweg an der Tatsache, dass jedes gesprochene Wort des Präsidenten aufgezeichnet wird – ohne Ausnahme.
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09. November 2009
Die forensische Biologie gewinnt im Rahmen der Beweisführung immer mehr an Bedeutung. Einer der Experten auf diesem Gebiet ist der Diplombiologe Dr. rer. medic. Mark Benecke. Da er sich vor allem mit Käfern, Maden und anderem Getier auf Leichen befasst, haben WDR und „stern“ ihm bereits einige mehr oder weniger nette Beinamen verpasst: Madendoktor und „Kommissar Schmeißfliege“.
Nichtsdestotrotz: Gerade seine Arbeit hat schon oft zur Aufklärung von Verbrechen beigetragen. Interessierte Detektive, Tatort-Ermittler und Mitarbeiter von Behörden haben nun die Möglichkeit, ein wenig von ihm zu lernen. Er hält am 20. Januar einen Vortrag im Rahmen der Forensik 2010 im Schloss Wilhelminenberg in Wien.
Dass es Dr. Mark Benecke angesichts des spannenden Themas nicht bei Worten belassen wird, dürfte klar sein. Er bringt Anschauungsobjekte, Fotos und jede Menge Hintergrundinformationen zu seinen Fällen mit und beantwortet die Fragen, was Maden auf Faulleichen mit Marienwundern zu tun haben oder warum O.J. Simpson doch verurteilt wurde.
Gelernt hat der Spezialist, der Zoologie, Biologie und Psychologie studierte, unter anderem an der FBI-Academy. Neben der Tätigkeit als Sachverständiger ist Dr. Benecke als Ausbilder an deutschen Polizeischulen und Gastdozent in vielen Ländern dieser Welt unterwegs. Wer sich ein wenig auf den Vortrag vorbereiten möchte: Es gibt eine Reihe von Fachbüchern und Aufsätzen vom „Madendoktor“.
Die Teilnahme an der Forensik 2010 mit dem Vortrag „Forensische Biologie zur Unterstützung in der Beweisführung – DNA, Blutspuren, Madenbefall“ ist nicht gerade günstig: Die Tagungspauschale beträgt 299 Euro. Abonnenten der Zeitschrift „der detektiv“ zahlen 249 Euro. Für ZAD- und Eurodet-Mitglieder, Studierende und Behörden gilt ein reduzierter Preis von 199 Euro. In der Pauschale enthalten sind unter anderem Getränke und das Mittagessen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Nähere Informationen gibt es auf www.forensik2010.at.
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26. Oktober 2009
Plattformen wie Facebook sind beliebt. Die sozialen Netzwerke erstrecken sich über den gesamten Globus und dienen in erster Linie dazu, sich selbst und seine Interesse darzustellen. Dass ein allzu freizügiger Umgang mit persönlichen Informationen eher gefährlich ist, darüber wurde schon oft berichtet. Zwei Frage sollte man sich daher stellen, bevor man etwas veröffentlicht: Was gebe ich über mich preis und wem vertraue ich? Denn nicht jeder, der sich die Nutzerseiten ansieht, hat Gutes im Sinn.
Dass es dabei immer auf den Blickwinkel ankommt, beweist das Beispiel eines Betrügers aus den USA. Er konnte nur aufgrund seiner Daten bei Facebook geschnappt werden Beinahe täglich berichtete er darüber, wie toll die Partys sind. Die US-Behörden verfolgten mit Interesse, was sich auf der Seite tat. Sie vermuteten den Mann in Mexiko, konnten ihn aber nicht genau lokalisieren. Das änderte sich, als der Bankbetrüger einen US-Justizangestellten als Freund hinzufügte. Die Ermittler wandten sich an den neuen Facebook-Freund und erhielten den entscheidenden Hinweis. Hinter Gittern wird der Partygänger jetzt eher wenig zu berichten haben.
Das zeigt: Soziale Netzwerke sind eine ideale Informationsquelle für Justiz und Detektive. Auch Privatermittler nutzen Facebook & Co. zu Recherchezwecken. Wie oft sie damit Erfolge verbuchen konnten, darüber schweigen sich Detekteien wohlweislich aus. Lukas Helmberger, Präsident des österreichischen Detektivverbandes, erklärt dazu lediglich: „Im Grunde genommen ist Facebook eine Quelle im Internet wie alle anderen Seiten auch. Zudem haben wir kein Interesse daran, unsere Ermittlungsstrategien breitzutreten.“
Nur so viel, die meisten Journalisten würden ähnlich recherchieren wie Detektive – eben nur mit einem anderen Motiv. Ähnlich sieht das Arthur Häfele, Bundessprecher der Berufsdetektive. Sein knapper Kommentar lautete: „Wir überwachen alles im Internet.“ Dabei gehöre die Recherche bei sozialen Netzwerken längst nicht zur Haupttätigkeit von Detektiven, habe aber großes Potential für die Zukunft. Ohne Auftrag würde ohnehin keiner der Kollegen aktiv und sich auf den Seiten umsehen. Das ist manchmal auch gar nicht nötig: Ein Dieb war so clever, sich in einem fremden Haus bei Facebook einzuloggen und vergaß, sich wieder abzumelden. Da hätte er auch gleich auf die Polizei warten können.
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